Klimaretter Snoopy auf Trüffeljagd in Schwetzingen

Außergewöhnlicher Einsatz im Schwetzinger Schlossgarten: Trüffelhund Snoopy hat die Fährte aufgenommen – für den Umweltschutz und mit finanzieller Unterstützung der GlücksSpirale-Tipper. Was die Trüffeljagd mit Nachhaltigkeit zu tun hat und wie ein Hund das Klima retten soll? Auf Spurensuche mit der Fellnase…

Normalerweise ist James Bond der Mann für besondere Fälle. Weil Agent 007 lieber Verbrecher jagt, ging dieser Spezialauftrag an einen anderen… Sein Name: Snoopy, Italienischer Wasserhund und „hauptberuflicher“ Trüffelsucher. Seine Mission: Der Vierbeiner mit der besonders sensiblen Nase soll im Schwetzinger Schlossgarten unterirdische Pilze erfassen, die in Gemeinschaft mit Bäumen leben und deren Fähigkeit zur Wasseraufnahme stark verbessern. Das Projekt dient dazu, die historische Anlage gegen den Klimawandel zu wappnen.

An der Seite von Herrchen und Pilzkunder Peter Karasch macht sich Trüffelhund Snoopy im Schlossgarten Schwetzingen auf die „Jagd“. Über das Tier in Aktion berichtete auch das glüXmagazin. © Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg / Dorothea Lenhardt

Spurensuche im Laub

Begleitet von seinem Herrchen, dem Pilzkundler Peter Karasch, macht sich der achtjährige Snoopy auf die „Jagd“. An der langen Leine wühlt sich das ungeduldige Tier aufgeregt durch die Anlage. „Suchen ist sein Hobby. Er kann Trüffel aus 50 Metern Entfernung riechen“, so Karasch, der mit dieser Einschätzung Recht behalten wird. Der Schlossgarten Schwetzingen ist aufgrund von fehlendem Grundwasser und ungünstigem Boden besonders hart vom Klimawandel getroffen. Viele der mehr als 200 Jahre alten Baumriesen sind extrem gefährdet. „Es ist nicht fünf vor zwölf, es ist schon zwölf – wir müssen jetzt handeln, um dieses Denkmal der Gartenkunst für nächste Generationen zu erhalten“, so Michael Hörrmann, Geschäftsführer der verantwortlichen Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (SSG).

Der prächtige Schwetzinger Schlossgarten spürt die Folgen des Klimawandels: Ein Trüffelhund half hier kürzlich bei der Bestandsaufnahme und „erschnüffelte“ unterirdische Pilzvorkommen. © Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg / Achim Mende

Der quirlige Trüffelhund soll unterirdische Pilze erschnüffeln. Sie docken an den Wurzelballen der Bäume an und lassen die Bäume bis zum 1.000-fachen an Wasser aufnehmen lassen als sonst. Das Zusammenleben von Bäumen und Pilzen wurde in der Vergangenheit durch Überdüngung gestört. Viele Baumarten konnten dadurch keine Beziehung mit den Pilzen eingehen. Tatsächlich wird der fleißige Schnüffler unter dem Laub fündig – die Trüffel dienen jedoch nicht den Gourmets, sondern der Wissenschaft. Snoopy bekommt nach getaner Arbeit Leckerlis.

Trüffel sind begehrt bei Gourmets. Die „erschnüffelten“ Exemplare aus Schwetzingen dienen rein der Wissenschaft. Mithilfe des Pilzbestands soll der Ist-Zustand des vom Klimawandel geschädigten Schlossgartens untersucht werden.

GlücksSpirale-Tipper helfen Snoopy

Gefördert wird die Schnüffelnase bei ihrem Auftrag von den GlücksSpirale-Tippern. Sie fungieren gewissermaßen als Unterstützer, denn aus nicht abgeholten Gewinnen der Rentenlotterie haben die Staatlichen Schlösser und Gärten die finanzielle Unterstützung für das Projekt erhalten. Insgesamt fließen mehr als 240.000 Euro in die auf zwei Jahre angelehnte Studie. Die Mission für den Italienischen Wasserhund ist noch nicht abgeschlossen, er darf sich auf weitere Einsätze freuen. Die Gärten von Schloss Weikersheim und Schloss Favorite bei Rastatt haben ähnliche Probleme.

Klimaschutz auch bei Lotto ein Thema

Nicht nur die GlücksSpirale fördert Projekte zu Natur und Umwelt. Auch Lotto Baden-Württemberg engagiert sich seit einigen Jahren fürs Klima. Erst im Oktober trat das Landesunternehmen dem neu gegründeten Klimabündnis des Landes bei. Dadurch manifestierte Lotto seine Vorreiterrolle im Kampf gegen den Klimawandel. Übrigens: Auch die Stuttgarter Lotto-Zentrale verwandelt sich nach und nach in eine grüne Klima-Oase.

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