Schatz, ich bin jetzt ganz viel daheim

Schatz, ich bin jetzt ganz viel daheim

Der erste Arbeitstag bei einem neuen Arbeitgeber bleibt wohl vielen in Erinnerung. Er ist vergleichbar mit dem Sprung ins kalte Wasser. Neue Menschen, neue Namen, neue Abläufe. Und all das gefühlt schon in den ersten fünf Minuten. Diese Reizüberflutung legt sich meist in den darauffolgenden Wochen und Monaten. Man kommt langsam an und es stellt sich Gewohnheit ein. Was aber, wenn Corona am elften Arbeitstag im neuen Unternehmen all das verändert? Christoph Mattes, unser Projektmanager strategisches Controlling, hat genau das erlebt und berichtet darüber.

Neuer Job, neues Glück. Nach den ersten aufregenden Tagen lernt man schnell das wichtigste: Wann der Wecker morgens gestellt werden muss, welche S-Bahn zuverlässig ist, wo sich das beste Restaurant für die Mittagspause befindet. Und selbstverständlich lernt man neue Kollegen und Kolleginnen kennen. So zumindest der Plan. In meinem Fall sollte alles ganz anders kommen. Denn es kam Corona. Und mit Corona kam das Home-Office. Nach nur 11 Tagen Präsenzzeit, in denen ich noch damit beschäftigt war, mich am Arbeitsplatz einzurichten und Prozesse kennenzulernen.

Ein Schwabe geht heim

Mit einem Laptop hatte mich mein neuer Arbeitgeber am ersten Arbeitstag ausgestattet. Die Technik für den Umzug ins Homeoffice war also nicht das Problem. Es galt also nur noch, das Arbeitszimmer zu Hause wieder begehbar zu machen. Ein Glück war ich bist zu diesem Zeitpunkt zu faul, mich um Monatstickets der Öffentlichen zu kümmern. Umso besser – Geld gespart. Ganz der Schwabe.

Im Home-Office angekommen konnte ich erstmal die freudige Nachricht an die bessere Hälfte überbringen. „Du, ich bin jetzt ganz viel daheim“. Unvergessen die Antwort „ohje“.

Dank Corona wurden wohl zahlreiche häusliche Arbeitszimmer wieder auf Vordermann gebracht

Durch Home-Office zum besseren Mensch?

Die Wochen im Home-Office vergehen wie im Flug. Die Aufgaben sind verteilt. Die Technik steht. Ich arbeite. Und dann passiert es: Es spielt sich ein. Es wird zur Gewohnheit. Und ich merke, dass Home-Office auch viele Vorteile hat. Das Pendeln fällt weg und bei einer einfachen Wegstrecke von 50 Kilometern oder 60 Minuten spare ich mir dadurch täglich 2 Stunden. Pro Monat knapp 150 € oder wie meine bessere Hälfte sagt „Du regst dich gar nicht mehr so viel auf“.

Durch Home-Office zum besseren Mensch? Eine gewagte These. Doch ich komme nicht umhin, die Vorteile zu genießen. Das große Stichwort lautet Flexibilität. Als Triathlet ohne Ambition genieße ich die Vorteile der Selbsteinteilung und auch das Vertrauen des Arbeitgebers. Meine Produktivität leidet nicht unter dem Homeoffice. Im Gegenteil. Nach knapp 6 Monaten bei LottoBW habe ich 90 % meiner Arbeitstage im Home-Office verbracht. In dieser Zeit haben wir Projekte angepackt und ich merke, ob daheim oder am Arbeitsplatz – die Qualität meiner Arbeit ist gut. Ich bin kreativer als je zuvor und meine Motivation ist ungebrochen. Ich hätte nie gedacht, dass Kommunikation, Abstimmung und Arbeit so gut im Home-Office funktionieren kann. Außerdem habe ich mir das Kochen beigebracht und bin jetzt sozusagen kurz vor dem ersten Michelin-Stern (Meinung nicht repräsentativ).

Projektmanager strategisches Controlling und angehender Spitzenkoch. Home-Office macht’s möglich.

„New Normal“ bei Lotto Baden-Württemberg

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten sind wir tatsächlich (zuhause) angekommen und können effektiv arbeiten. Die ablauforganisatorischen Strukturen wurden geschaffen. Ganz getreu dem Prinzip des Erfahrungskurveneffekts ist es unser „New Normal“ bei LottoBW geworden.

Bleiben wir jetzt für immer daheim? Nein! Ich komme mittlerweile 1x pro Woche ins Büro. Der persönliche soziale Kontakt zu Kollegen und Kolleginnen ist durch nichts zu ersetzen. Aber ganz klar, im Moment nur mit ausreichend Abstand! Bei aller Digitalisierung ist so manche Besprechung als Präsenztermin einfach angenehmer. Die Mischung macht’s.

Die neu gewonnene Ausgeglichenheit, Vielseitigkeit und Flexibilität möchte ich in der Zeit nach Corona beibehalten. Das nehme ich mir fest vor. Und das hat auch mein Arbeitgeber erkannt. LottoBW ermöglicht mit einer neuen Home-Office-Regelung nach Corona 40 % der Arbeitszeit pro Woche von Zuhause aus zu arbeiten. Ein toller Kompromiss und, wie ich finde, genau der richtige Mix für eine spannende, nachhaltig erfolgreiche und motivierende Arbeitsplatzgestaltung.

LottoBW ermöglicht mit einer neuen Home-Office-Regelung nach Corona 40 % der Arbeitszeit pro Woche von Zuhause aus zu arbeiten.

Holschuld statt 4-Stufen Methode

In Summe ermöglichte mir das Home-Office eine Einarbeitung, wie ich sie noch nie gehabt habe. Anstatt typischer 4-Stufen Methode – erklären, vormachen, nachmachen, vertiefen – konnte ich situativ selbst entscheiden, wie ich mich einarbeite. Statt Informationsüberflutung konnte ich selbst entscheiden, wie und wann ich welche Information brauche. Diese „Holschuld“ war rückwirkend betrachtet viel effektiver als der klassische Weg.

Es zeigt sich, Corona ist der Treiber für Digitalisierung schlechthin und ermöglicht, was vor ein paar Jahren noch undenkbar erschien. Was Silicon Valley und Vilnius können, das können wir nämlich auch. Das klassische nine-to-five oder monday-till-friday ist im Jahre 2020 und fortfolgende nicht mehr zeitgemäß. Es weicht immer mehr einer situativen bzw. persönlichen Gestaltung der Arbeitszeit – selbstverständlich gemäß den nun geschaffenen betrieblichen und den vorhandenen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Und das funktioniert. Ich bin angekommen.

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