„Die Saison war eine Achterbahnfahrt“ – Blogbeitrag von Carina Vogt

Der Traum vom Fliegen. Nicht bei allen Menschen geht es dabei um Flugzeuge. Bei Carina Vogt geht es ums Skispringen. Welche Leidenschaft in der Olympia-Siegerin brennt und was noch kommen soll, berichtet sie exklusiv in unserem Blog.

 

Hallo liebe Träum dich Lotto-Leser,

ich bin Carina Vogt, 27 Jahre alt und komme von der Schwäbischen Alb – genauer gesagt aus Waldstetten bei Schwäbisch Gmünd. Bereits mit vier Jahren habe ich im Fernsehen Skispringen verfolgt und den Wunsch bei meiner Mama geäußert, das auch mal ausprobieren zu wollen. Im Alter von sechs Jahren durfte ich dann endlich im Rahmen des Schülerferienprogramms vom SC Degenfeld, meinem Heimatverein, erstmals von einer kleinen Schanze springen. Auf normalen Ski, die eigentlich für die Piste geeignet sind, setzte ich zum ersten Sprung an.

Ein Sprung in Richtung Zukunft

Und siehe da: Es hat alles super geklappt und ich bin nicht hingefallen. Meine Begeisterung war riesig und ich wollte unbedingt professionelle Skispringerin werden. Im Januar 2012 feierte ich dann mein Weltcup-Debüt in Hinterzarten im Schwarzwald.  Seitdem ist viel passiert.

Durchbeißen: Frauen in einer Männer-Domäne

Heute bin ich sehr glücklich darüber, dass ich mir meinen Traum, das Skispringen zum Beruf zu machen, erfüllen konnte. Das weiß ich sehr zu schätzen. Denn ähnlich wie beim Fußball wurden Mädchen, die Skispringen wollten, anfangs noch sehr belächelt. Es hieß sogar, dass ein Frauenkörper die Wucht der Landung nicht standhalten könnte. Alles Quatsch! 😉
Zum Glück hat sich in den letzten sieben Jahren im Frauenskispringen einiges getan – es wird anerkannt und geschätzt. Und ich bin sehr stolz, meinen Teil dazu beigetragen zu haben.

Kämpfer-Natur: Skispringerin Carina Vogt
Kämpfer-Natur: Skispringerin Carina Vogt

Achterbahnfahrt in dieser Saison

Die zurückliegende Wintersaison 2018/2019 war eine Achterbahnfahrt für mich. Bereits die Saisonvorbereitung lief wie so oft nicht optimal. Aufgrund von Knieproblemen musste ich öfter pausieren als mir lieb war. Das Training im Sommer findet sowohl auf den Skisprungschanzen statt als auch im Kraftraum, wo wir an der Sprungkraft und Stabilität feilen. Das ist harte Arbeit, aber gemeinsam im Team pushen wir uns gegenseitig.

Geballte Frauenpower

Aber auch der Spaß kommt dabei natürlich nicht zu kurz. 😉 Viele denken, dass es in einer Frauenmannschaft viele Zickereien gäbe. Das ist meiner Meinung nach falsch. Wir haben einen tollen Zusammenhalt, machen auf unseren Reisen gemeinsam viel Blödsinn und jede kann sich für die andere freuen, wenn es mit einer guten Platzierung klappt.

Das erste Mal in der Geschichte

Bei den diesjährigen Weltmeisterschaften in Seefeld gab es zum ersten Mal in der Geschichte des Damenskispringens einen Frauen-Teamwettbewerb. Bis zum Schluss war es ein spannender Wettkampf, den wir gemeinsam mit der Goldmedaille krönen konnten. Für mich war es bereits die 5. Goldmedaille bei einer Weltmeisterschaft und trotzdem eine ganz besondere. Weil ich sie mit meinem Team gewonnen habe.

Sport hat viele Facetten: Skispringerin Carina Vogt schätzt all die tollen Erlebnisse, mit denen sie für die harte Arbeit belohnt wird.
Sport hat viele Facetten: Skispringerin Carina Vogt schätzt all die tollen Erlebnisse, mit denen sie für die harte Arbeit belohnt wird.

Die Früchte harter Arbeit

Das harte Training in den Sommermonaten, das viele Unterwegssein im Winter – das ist alles kein Problem für mich, denn da sind all diese großen Momente. Seit 2014 ging es in meiner Karriere Schlag auf Schlag. Alles, was ich erlebt habe, gibt mir sehr viel zurück. Zu diesen Erlebnissen zählen beispielsweise die Olympischen Spielen in Sotschi 2014. Da starteten die Frauen im Skispringen zum aller ersten Mal bei Olympia – und ich gewann dort meine erste Goldmedaille. Das hat mich überwältigt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch kein normales „Weltcupspringen“ gewonnen und jetzt das: Olympiasiegerin. Wow! Ich kam mir vor wie in einem Traum. Auf einmal wurde ich von Leuten auf der Straße erkannt und angesprochen.

Erfolge und Partner

Ein Jahr nach dem Olympiasieg gelang mir 2015 in Falun bei der Nordischen Ski Weltmeisterschaft wieder das scheinbar Unmögliche: Ich wurde Doppel-Weltmeisterin. Den Titel konnte ich bei den darauffolgenden Weltmeisterschaften in Lahti 2017 verteidigen. Ich bin jeden Tag glücklich, meine Leidenschaft das Skispringen ausüben zu dürfen und dankbar über die Unterstützung von meiner Familie, meinem Arbeitgeber der Bundespolizei und meinen Partnern wie beispielsweise LOTTO Baden-Württemberg.

Ein Blick in die Zukunft

Fazit: Nach wie vor gibt es gemeinsam noch vieles zu erreichen. Auch in der kommenden Saison möchte ich wieder mitmischen, wenn es um die Vergabe der großen Kristallkugel an die Gesamtweltcupgewinnerin geht. Und natürlich ist die Weltmeisterschaft 2021 in Oberstdorf ein großes Ziel.

Eure Carina Vogt

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