Verrückt: Maskiert oder gar nicht zur Gewinnabholung

Was wäre Lotto-Spielen ohne verrückte Vorfälle? Können wir uns gar nicht vorstellen.

Schrille Geschichten scheinen zum Gewinn von Millionen eben dazuzugehören wie die berühmte Maske zum Film „Scream“.Wo wir gerade dabei sind: Da holt doch tatsächlich ein Lotto-Spieler auf Jamaika seinen Gewinn mit einer solchen ab. Aber lesen Sie selbst.

Gewinn mit „Scream“-Maske abgeholt

Es ist wohl die kurioseste Meldung des Wochenendes: Auf Jamaika gewinnt ein Lotto-Spieler den Super-Jackpot von über 158 Millionen Jamaika-Dollar (circa 1,04 Millionen Euro) – und holt sie erst einmal 54 Tage lang nicht ab. Als er schließlich doch erscheint, tut er das filmreif: in einer langen weißen Kutte, mit schwarzen Lederhandschuhen und der Maske aus dem Kult-Horrorfilm „Scream“. Wieso? Das ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Oft wollen Millionengewinner anonym bleiben. Auf dem Scheck allerdings war der Name des Gewinners deutlich zu lesen. Zahlreiche Fotos wie der Verkleidete mit dem Scheck posiert, finden sich im Netz. Bei uns wäre das undenkbar. Die Anonymität der Gewinner zu wahren, gehört zu einer der obersten Prioritäten von Lotto Baden-Württemberg.

Überfordert vom Millionengewinn

Denn nicht selten sind die frisch gebackenen Millionäre erst einmal überfordert. Plötzlich ist ihr Traum wahr geworden. Und was jetzt? Die eigentlichen Glückspilze quälen sich mit vielen Fragen zur Zukunft. Auch der jamaikanische Lotto-Spieler habe zunächst gelitten, berichtet die Onlineseite der „St. Lucia News“.  „Mein Herz hat mir drei Tage lang wehgetan. Ich habe so viel nachdenken müssen“, so Campbell. Mit der plötzlichen Erfüllung seines Traums kam er – geprägt von komplizierten Lebensumständen – nicht klar. Jetzt will er sich erst einmal ein „schönes Haus“ kaufen. Vielleicht hat er sich auch deshalb noch rechtzeitig gemeldet? Denn nach 90 Tagen wäre sein Gewinn verfallen.

1,53 Milliarden US-Dollar noch nicht abgeholt

Ähnlich läuft es auch in den USA. Bei der Lotterie „Mega Millions“ haben die Gewinner nur etwas mehr Zeit: Ein halbes Jahr wird gewartet, ehe der nicht abgeholte Gewinn unter den teilnehmenden 44 Bundestaaten aufgeteilt wird. Am 23. Oktober 2018 hat ein Spieler aus dem US-Bundesstaat South Carolina einen der größten Jackpots aller Zeiten geknackt: 1,537 Milliarden US-Dollar – umgerechnet etwa 1,36 Milliarden Euro.  Doch bis heute gibt es keine Spur von ihm. Sehr zum Leidwesen des Bundesstaates. Denn der würde von einer hübschen Summe profitieren: Im Gegensatz zu Deutschland, wo Lotto-Gewinne komplett steuerfrei sind, müsste der Mega-Glückspilz in den USA rund 61 Millionen US-Dollar an Steuern zahlen – wenn er sich denn bis 20. April 2019 doch noch meldet.

In Reutlingen: 11,3 Millionen warten noch auf Gewinner

So einen Fall gibt es aktuell auch in Baden-Württemberg. 11,3 Millionen warten immer noch darauf, abgeholt zu werden. Im April 2017 knackte ein Lotto-Spieler den Millionen schweren Jackpot im LOTTO 6aus49. Seinen Spielschein gab der Tipper am 29. März 2017 anonym in einer Lotto-Annahmestelle im Reutlinger Stadtgebiet ab. Er spielte zwei Felder für die nächsten zwei Ziehungen (Mittwoch, 29. März, Samstag, 1. April 2017), sein Gesamteinsatz lag bei gerade einmal 4,50 Euro. Bei der Ziehung am 1. April ist die Reutlinger Kombination bundesweit die Einzige. Auf den Tipp entfallen genau 11.300.368,40 steuerfreie Euro. Ob der Glückspilz das für einen Aprilscherz hielt, seine Spielquittung schlicht verloren hat oder ob ihn andere Umstände hindern – wir wissen es nicht. Wir können nur hoffen, dass er sich bis Ende 2020 meldet, denn solange hat er noch Zeit.

Lotto-Millionär aus Reutlingen gesucht

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