Die Wahrscheinlichkeit ist immer dieselbe. Dennoch versuchen viele Lottospieler mit möglichst kuriosen Tipps, den Jackpot zu knacken. Doch die Lotto-Geschichte zeigt: nicht immer zahlt es sich aus, auf spezielle Zahlenkombinationen zu setzen.

Dass sich Lotto mit System, also mit besonders kuriosen Zahlenkombinationen oder schönen Mustern auf dem Tippschein, nicht immer auszahlt, sollte sich eigentlich mittlerweile herumgesprochen haben. Erst vor ein paar Wochen berichteten wir über Lotto Tipps & Tricks, um miese Quoten zu vermeiden. Woran das liegt ist klar: Wenn besonders viele Tipper gewinnen, bekommt jeder einzelne deutlich weniger.

Welche Auswirkungen bestimmte Zahlenkombinationen haben können und welche kuriosen Lotto-Sechser es in den vergangenen Jahrzehnten gab, erfahrt ihr hier:

Ausreißer nach oben

Bei der aktuellen Ziehung (14. Juli 2018) des Klassikers LOTTO 6aus49 wurde fast ein 29 Jahre alter Rekord gebrochen – um Haaresbreite aber verfehlt. Denn mit den Zahlen

30, 40, 41, 47, 48 und 49,

die in Saarbrücken aus der Lostrommel fielen, wurden zwar die höchsten Zahlen seit Jahren gezogen. Doch die Kombination vom 19. April 1989 war – zumindest nach dem arithmetischen Mittel – die höchste Zahlenkombination (43 statt 42,5 vergangene Woche) in der Lotto-Geschichte. Damals lauteten die magischen Sechs: 38, 39, 43, 45, 46 und 47.

Immerhin acht Tipper in Deutschland setzten auf die ungewöhnliche Zahlenkombination. Das machte für jeden rund 205.000 Euro. Da es bei der Ziehung vom 14.07.18 insgesamt ungewöhnlich viele Fünfer gab (2.378) liegt der Verdacht nahe, dass etliche Tipper statt der 30 die 42 ankreuzten. Für einen Fünfer gab es gerade einmal gut 1.000 Euro.

Ausreiser nach unten

Dass es auch eine Nummer kleiner geht zeigten sage und schreibe 38.008 Lottospieler am 10. April 1999. Denn so viele Tipper entschieden sich für die Fünferreihe

2, 3, 4, 5 und 6.

Das sind die niedrigsten Zahlen, die je in der Geschichte von LOTTO 6aus49 gezogen wurden. Zudem eine weitere Besonderheit: Der erste Fünfling in der Lotto-Geschichte. Da es extrem viele Tipper mit fünf korrekten Zahlen gab, liegt hier der Verdacht sehr nahe, dass die meisten schlichtweg die Zahlenreihe von eins bis sechs ankreuzten. Denn die darauffolgende 26 hatten nur 31 Lottospieler auf dem Zettel.
Besonders kleine Zahlen, besonders kleiner Gewinn: umgerechnet 194 Euro gab es für die fünf Richtigen. Über rund 119.000 Euro durften sich dafür die 31 Glückspilze freuen, die zusätzlich auch die 26 angekreuzt haben.

Einen sogenannten Fünfling gab es in der Lotto-Geschichte erst zweimal. Den Zweiten gab es im Jahr 2014 (vgl. unten „Straßen“).

Muster

Besonders beliebt auf dem Lottoschein sind Muster. Ob Bäume, Kreuze, Drei- oder Vierecke: Muster werden von vielen Menschen angekreuzt. Das mussten am 4. Oktober 1997 124 Lottospieler schmerzlich erfahren. Sie hatten die Zahlen

9, 13, 23, 27, 38 und 40

auf dem Schein stehen. Sieht auf den ersten Blick nicht besonders kurios aus…

Sieht schön aus, bringt dafür wenig Geld. Muster anzukreuzen lohnt sich nicht. …auf dem Tippschein aber schon. Das berühmte „Lotto-U“ brachte den vermeintlichen Glückspilzen nur magere 27.500 Euro – eine äußerst geringe Quote für 6 Richtige.

Am 15. Februar 2003 brachte auch eine Diagonale, die von der Sechs bis zur 30 gezogen wurde, leider nicht den ganz großen Gewinn. Für 25.141 Tipper sprangen gerade einmal 200 Euro heraus. Nur 69 Personen kreuzten neben den fünf „diagonalen Zahlen“

6, 12, 18, 24 und 30

auch die Ausreißerin Vier an. Das brachte ihnen immerhin noch knapp 45.000 Euro. Auch hier lässt sich vermuten, dass die meisten wohl zusätzlich noch die 36 auf dem Tippschein ankreuzten. Eine vermutlich noch schlechtere Quote gibt es für alle, die sich für eine Diagonale beginnend bei der Eins oder Sieben entscheiden. Allerdings wurden diese Zahlen bisher noch nicht gezogen.

Qual dank diagonal: Die Quoten sind bei Mustern meist deutlich schlechter als bei zufällig gewählten Zahlen.

Straßen

Eine besonders kleine Straße mit den Zahlen 2, 3, 4, 5 und 6 gab es schon einmal im Jahr 1999. Eine etwas „größere“ Straße sollte 15 Jahre später Lottogeschichte schreiben. Die Zahlenkombination

9, 10, 11, 12, 13 und 37

verhalf bundesweit drei Tippern zu rund 263.000 Euro. 1.162 Lottospieler mehr hatten eine andere Zahl an sechster Stelle statt der 37. Vermutlich die Acht oder die 14. Die fünf Richtigen brachten gerade einmal 1.000 Euro.

Erst der zweite Fünfling in der Lotto-Geschichte. Den ersten gab es 1999.

Ein anderes Beispiel:

222 Spieler freuten sich am 23. Januar 1988 dank der beiden Drillinge

24, 25, 26, 30, 31, 32

schon über einen Batzen Geld. Doch Unglück im Glück: Für jeden gab es nur umgerechnet rund 43.000 Euro. Bis heute sind die 222 Lotto-Sechser unübertroffen. Wäre statt der 30 die 33 gezogen worden oder statt der 26 die 23, dann wäre die Quote wohl noch schlechter ausgefallen. Denn 4.725 Tipper hatten an dem Tag fünf Richtige. Vermutlich haben die meisten davon auf einen Drilling direkt untereinander gesetzt.

Zwei kleine Straßen (fast) untereinander: ein geballter Zahlenblock.

Die Beispiele zeigen allesamt: Kuriose Lotto-Sechser gibt es immer wieder. Wir sind schon gespannt, welche besondere Zahlenkombination als nächstes in Saarbrücken aus dem Ziehungsgerät fällt…

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