Gemeinsam sind wir stark! Das haben vor einigen Tagen fünf Glücksritter aus Finnland am eigenen Leib erfahren. Mit ihrer Tippgemeinschaft räumten sie den prall gefüllten Eurojackpot von 90 Millionen Euro ab. Macht 18 Millionen pro Kopf…

Einzelkämpfer haben es im Leben oft schwer. Das gilt auch beim Lotto. Denn in einer Tippgemeinschaft deckt man – vereinfacht gesagt – mehr Felder bei gleichem Einsatz pro Kopf ab. Die Gewinnwahrscheinlichkeit ist also gegenüber einem Einzeltipp höher. Einziger Haken: Nicht nur der Einsatz wird geteilt, sondern auch mögliche Gewinne. Doch das dürfte aktuell einer Hand voll Finnen relativ egal sein. Sie knackten Anfang Februar den mit 90 Millionen Euro gefüllten Eurojackpot. Das macht für jeden stolze 18 Millionen Euro.

Finnen-Jubel
Finnen-Jubel: Eine Tippgemeinschaft aus dem hohen Norden räumte jüngst 90 Millionen im Eurojackpot ab.

Tipps für Tippgemeinschaften

Wenn es um Millionengewinne geht, kann leicht Streit ins Spiel kommen. Bei Geld hört die Freundschaft bekanntlich oft auf. Tippgemeinschaften, die teils jahrzehntelang bestehen, überwerfen sich. Deshalb gibt LottoBW auf der Homepage Tipps für Tippgemeinschaften (TGs). Die drei wichtigsten sind:

  • Einen Vertrag abschließen: So ist genau geregelt, wer zur TG gehört.
  • Einen „Sprecher“ für die Tippgemeinschaft wählen: Er übernimmt die Abgabe der Spielscheine.
  • Eine Lotto-ServiceCard anschaffen: Mit der Kundenkarte herrscht Transparenz.

Einen Mustervertrag für Tippgemeinschaften gibt es hier zum Download. Es lohnt sich übrigens doppelt, einen solchen Vertrag aufzusetzen. Denn besteht offiziell keine Tippgemeinschaft und es fallen große Gewinne an, wird bei Schenkungen unter Privatpersonen ab einer gewissen Summe die Schenkungssteuer fällig.

Buchen und Blumberg: Zwei besondere Tippgemeinschaften!

Vor zehn Jahren gab LottoBW ein Buch heraus:  „49 Glücksmomente – 50 Jahre 6aus49“. Anlässlich des 6aus49-Jubiläums im Südwesten berichteten 49 prominente und außergewöhnliche Menschen aus dem Ländle von ihren Glücksmomenten. Beim Schmökern stolperte ich über die Geschichten von zwei außergewöhnlichen Tippgemeinschaften aus Buchen im Neckar-Odenwald-Kreis und dem Schwarzwald-Städtchen Blumberg.

Sechs Buchener Arbeitskollegen vom örtlichen Straßenbauamt kamen zu später Stunde während eines Betriebsausflugs auf die geniale Idee: „Wenn wir im Lotto gewinnen, fliegen wir nach Mexiko!“. Das war im Jahr 1979. Heute, knapp 40 Jahre später, besteht die Tippgemeinschaft noch immer. Nach Mexiko hat es zwar nicht gereicht, aber ein paar Ausflüge innerhalb Deutschlands konnten sie mit einigen kleineren und mittleren Lottogewinnen wahrwerden lassen. Hossa!

Buchener Tippgemeinschaft
Die Buchener haben noch nicht aufgegeben. Seit fast 40 Jahren besteht ihre Tippgemeinschaft mittlerweile.

„Warum in die Ferne schweifen?“, dachten sich wohl die Gemeinderäte in Blumberg, als sie im Jahr 2001 beschlossen, eine Tippgemeinschaft zu gründen. Eine Tippgemeinschaft aus Blumberg, für Blumberg. Denn mit einem Gewinn – so wurde es parteiübergreifend schriftlich festgelegt – wird die marode Kasse der Kommune aufgefüllt. Aktuell tippen 22 Personen mit: 18 Gemeinderäte, der Bürgermeister und drei Ortsvorsteher. Auch die Blumberger benötigen wohl noch etwas Geduld. Denn zum Millionengewinn hat es noch nicht gereicht. Allerdings werden regelmäßig kleinere Beträge eingestrichen, „zuletzt über 600 Euro“, wie mir ein Mitglied der Tippgemeinschaft berichtete.

Geteiltes Leid, geteilte Freud‘

Ob man nun den ganz dicken Jackpot abräumt oder um Haaresbreite daran vorbeischrammt, eines ist sicher: Geteilte Freude ist doppelte Freude – geteiltes Leid ist halbes Leid. Es lohnt sich also schon deshalb, in einer Tippgemeinschaft dem Millionengewinn entgegenzufiebern.

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