„Was würde ich mit einem Millionengewinn im Lotto machen?“. Diese Frage hat sich wohl jeder schon mal gestellt. Doch was würden wir eigentlich tun, wenn jemand aus dem direkten Umfeld groß abräumt? Eine Studie hat das nun herausgefunden.

Sind wir mal ehrlich: Beim Lotto ist sich jeder selbst der Nächste. Es gibt genug Beispiele von Blitz-Scheidungen, bevor der Millionengewinn eingelöst wird. Oder Geschichten von jahrzehntelangen Tippgemeinschaften, die sich im Falle des Falles vor Gericht streiten, wer nun wirklich mitgetippt hat. Sogar eine Gerichtsverhandlung wegen eines Autogewinns bei einem Kronkorken-Gewinnspiel einer Brauerei hat es schon gegeben. Meine Kollegin hat bereits darüber berichtet und gibt zudem Tipps, was Spielgemeinschaften beachten sollten.

Neid am Arbeitsplatz

Eine aktuelle Studie des britischen Meinungsforschungsinstituts YouGov stellt nun die „Gönnerrepublik Deutschland“ gänzlich infrage – aus gegebenem Anlass. Denn aktuell befindet sich der Eurojackpot mit 90 Millionen Euro auf einem Rekordhoch. Dies passierte erst drei Mal seit dem Start der beliebten Lotterie im Jahr 2012. Hinzu kommen die 15 Millionen Euro in der zweiten Gewinnklasse, die mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit gewonnen werden können. Wem gönnen wir also 15 oder gar 90 Millionen Euro? Eines ist sicher: Ganz bestimmt nicht dem Chef. Dies bringt zumindest besagte Studie ans Tageslicht. Demnach gehört der Chef mit 22 Prozent mit großem Abstand zu den unbeliebtesten Lotto-Gewinnern. Fünf Prozent gönnen es zudem den Arbeitskollegen nicht.

Gönnerrepublik Deutschland?
Gönnen muss man können! Beim Lottogewinn hört ganz schnell nicht nur die Freundschaft auf …

Die bucklige Verwandtschaft?

Doch nicht nur im Büro ist Lotto-Neid angesagt. Auch der lieben(?) Verwandtschaft wird nicht unbedingt ein sorgenfreies Leben gegönnt. So sagt fast jeder zehnte, dass er dem eigenen Geschwisterteil (sechs Prozent) oder den Schwiegereltern (drei Prozent) einen Lottogewinn ausdrücklich nicht wünscht. Vielleicht hatte ja der Eine oder die Andere bei der Umfrage noch die Streitereien unter dem Weihnachtsbaum im Gedächtnis?

Eltern und Kinder sind die Gewinner

Ganz so schief hängt dann aber der deutsche Familiensegen doch nicht. Denn immerhin zählen die eigenen Kinder und Eltern bei fast zwei Drittel der Befragten zu den Menschen, denen wir einen Lottogewinn wünschen. Kritische Leser werden entgegnen, dass bei einem Lottogewinn in der engsten Familie sicher für die meisten Kinder bzw. Eltern auch ein stolzes Sümmchen abfällt. Gut möglich. Denn dem besten Freund wünschen wiederum nur zehn Prozent einen Lottogewinn. Und dass bei Geld die Freundschaft aufhört, zeigen nicht nur die bereits erwähnten Gerichtsentscheide über Tippgemeinschaften oder Kronkorken-Gewinner.

PS: Ein Vorschlag zur Güte an alle „missgünstigen“ Arbeitnehmer: Schlagt dem Chef doch einfach vor, ebenfalls einen Tippschein für den Eurojackpot abzugeben. Denn bei einem 90 Millionen-Gewinn gönnt man dem Chef bestimmt auch die 15 Millionen in der zweiten Gewinnklasse, oder!? 🙂

In diesem Artikel

Kommentieren