Das Gefühl sagt Klassenerhalt

Turbulente Zeiten hat der VfB Stuttgart hinter sich. Abstieg, Aufstieg und jetzt die Mission Klassenerhalt nach der Rückkehr. Ein sportliches Auf und Ab, an dem natürlich auch die Mitarbeiter von Lotto Baden-Württemberg – Team-Partner des VfB – Anteil nehmen. Zumal, wenn sie Fan des Vereins sind.

Ein gutes Jahr ist es her, dass der jetzige VfB-Trainer Hannes Wolf seinen Dienst auf dem Wasen begann. Übernommen hat er einen nicht mehr ganz im freien Fall – aber immer noch taumelnden VfB Stuttgart, der seinerzeit unter Jos Luhukay nicht unbedingt schlecht in die neue Zweitligasaison gestartet war. Aber nach dem Abstieg hingen die Erwartungen hoch beim Traditionsclub, der Haussegen dagegen schief.

Gar nicht miteinander konnten der damals neue Sportvorstand Jan Schindelmeiser und der Niederländer Jos Luhukay, was schon nach wenigen Wochen zur Trennung führte. Der Neue, Hannes Wolf, stand für unverbrauchten und modernen Fußball, für frischen Wind, den man nach Jahren depressiven Fußball-Miefs so sehnlichst in Bad Cannstatt herbeigewünscht hatte. Als Fan und Mitglied des VfB ging es mir da nicht anders. Aber was kann man von einem Trainer erwarten, der zwar den teuersten Kader aller Zweitligisten zur Verfügung hatte, selbst aber bislang nur Erfahrung im Jugendbereich sammeln konnte. Ziemlich viel, wie sich herausstellen sollte.

War der „neue“ VfB unter Jos Luhukay für Ergebnis-Fußball mit erfahrenen Kräften ausgerichtet, drehte Wolf die Stuttgarter um 180 Grad um. Rauschende Fußballabende standen dem VfB-Publikum ab jetzt regelmäßig ins Haus. Nicht immer erfolgreich, gerade gegen Ende der Hinrunde ging der Mannschaft sprichwörtlich der Saft aus. Die Offensivtaktik führte ein ums andere Mal dazu, dass der VfB überrannt wurde und eklatante Schwächen in der Abwehr offenbarte. Natürlich war mir deshalb um Weihnachten mulmig zumute. Denn was jeden mehr als jede taktische Ausrichtung und Schönwetterfußball interessierte, war der Aufstieg zurück in die erste Liga. Schließlich gehört man zum Inventar. Zudem zeigten Beispiele wie Kaiserslautern oder 1860 München, was einem passieren kann, wenn man nach Abstieg nicht schnell zurückkehrt. Tradition hin oder her.

Winny, das Maskottchen von Lotto Baden-Württemberg, drückt dem VfB Stuttgart die Daumen für die Mission Klassenerhalt.

Das Ende ist bekannt. Der VfB gewann in der Rückrunde vor allem die engen Spiele, kämpfte sich mehr als einmal nach Rückstand zurück und wurde am Schluss Meister der zweiten Liga. Mittlerweile sind sieben Spieltage in der 1. Liga absolviert. Der VfB steht mit sieben Punkten auf Platz 14 und hat derzeit, anders als im Vorjahr, die Abwehr stabilisiert, ist dafür vorne viel zu harmlos, was sich in mageren vier geschossenen Toren ausdrückt. Mein Gefühl sagt mir aber, dass es zum Klassenerhalt reichen wird. Denn mein Gefühl sagt mir auch, dass es dieses Jahr schlechtere Teams als den VfB gibt.

Schauen wir einfach mal, was ich in einem Jahr an dieser Stelle wieder schreiben werde. Ich hoffe, mein Gefühl enttäuscht mich nicht.

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