Heute ist in den USA nationaler „Tag des guten Nachbarn“. Grund genug, dass wir uns der Sache einmal annehmen. Denn bei unserer Geo-Lotterie LOGEO kann man nämlich nicht nur mit seinen Wohnort-Koordinaten jede Woche 100.000 Euro gewinnen sondern die Nachbarn gewinnen mit bis zu 5.000 Euro gleich mit – und umgekehrt. Doch oft ist das mit den Nachbarn ja so eine Sache … Deswegen habe ich mich in der Kantine der Lotto-Zentrale einmal umgehört und meine Kollegen gefragt: „Wie hältst du es so mit deinem Nachbarn?“

Bruddler, Kumpeltyp und Jungfamilie

„Ich hatte aufgrund meiner Umzüge schon viele unterschiedliche Nachbarn. Vom typischen Bruddler, der penibel darauf achtet, dass auch jeder im Haus seine Kehrwoche pünktlich macht und auch alle Kartons im Papiermüll kleingeschnitten sind bis hin zum Kumpeltyp, der einem plötzlich unerwartet hilft, die neue Waschmaschine in den zweiten Stock hochzutragen und auch gerne mal bei Reparaturen hilft. Oder die nette junge Familie, die das ganze Haus zu ihrer Wohnungseinweihungsparty eingeladen hat. Was diese vom Bruddler unterscheidet? Sie sind nachbarschaftlich in Vorleistung gegangen, weshalb man ihnen auch nicht böse sein kann, falls mal die Musik zu laut ist oder einen irgendetwas anderes stört. Gerne hilft man solchen Nachbarn dann auch bei anderen Dingen und so entsteht eine gute Nachbarschaft. Wer sich also fragt, was er aktiv für eine gute Nachbarschaft tun kann? Einfach selbst mal in Vorleistung gehen… Vielleicht sieht dann irgendwann sogar der Bruddler nicht mehr alles so eng.“

Das klingt ja schon mal gar nicht schlecht. So soll gute Nachbarschaft doch aussehen! Ich frage weiter …

Neue Nachbarschaft, neues Glück!

„Nach einem Umzug erwartet einen meist das Ungewisse, die neue Wohnung ist schon bekannt, die Nachbarn lernt man aber erst nach einer Zeit kennen. Relativ kurz hat es da zum Glück bei meinen Nachbarn gedauert. Gerne wird von dem einen die Post angenommen und auch zum späten Feierabend noch mit einem freundlichen Gruß rüber gebracht. Und statt dem typischen Salz und Brot, gab es selbstgebackenen, frischen Hefezopf als Willkommensgruß. Jetzt freue ich mich auch die anderen Nachbarn kennenzulernen und weiß, dass man im neuen Zuhause auch gut aufgenommen wird.“

So ist das eben, wenn man sich noch nicht so richtig kennt. Wie es aber ist, wenn man eine neue Nachbarin bekommt, die man zugleich schon seit dem Kindergarten ist?

Vom Kindergeburtstag zum Schildkröten-Sitting

„Meine neue Nachbarin ist zugleich meine alte Nachbarin und wir kennen uns schon unser ganzes Leben. Wir gingen zusammne in den Kindergarten, in die Grundschule, aufs Gymnasium. Wir machten zusammen Abitur. Als kleiner Junge war ich bei ihr beim Kindergeburtstag eingeladen und einige Jahre später feierten wir zusammen unseren Schulabschluss. Dann zog sie weg. Einige Jahre haben wir uns aus den Augen verloren; wie das eben manchmal so ist. Vor drei Jahren zog sie wieder zurück und es war so, als wäre sie nie weg gewesen. Nur dass wir jetzt etwas erwachsener sind und es uns nicht peinlich ist, wenn wir uns am Gartenzaun treffen und unsere Wäsche aufhängen. Nein, mittlerweile ist eine echte und reife Freundschaft daraus geworden. Wir gehen gemeinsam Pizzaessen und ich sitte gerne – wenn sie mal wieder im Urlaub ist – ihre betagte Schildkröten-Dame.“

Klingt schon mal nicht schlecht. Aber geht noch mehr?

Viel mehr als klassische Nachbarschaftshilfe

„Meine Nachbarschaft bietet „Full-Service“. Das geht weit über die Klassiker Blumengießen und Briefkastenleeren während des Urlaubs hinaus! Meine Nachbarn kümmern sich sogar um mein Auto und meinen Versicherungsschutz. Der Automechaniker meines Vertrauens wohnt nur ein paar Türen weiter. Ob TÜV, Reifenwechsel oder Inspektion – alles kein Problem. Ich werde an die wichtigsten Termine erinnert und muss nur meinen Autoschlüssen abgeben. Dann wird mein Auto mit in die Werkstatt genommen und ich finde es am Abend wieder an seinem Platz in der Tiefgarage. Autoschlüssel und Rechnung hole ich bei einem Glas Sekt und einem Happen zu Essen einfach wieder ab. Und um meinen Versicherungsschutz muss ich mich auch nicht selber kümmern. Auch das wird in der Nachbarschaft ganz einfach gelöst. Meine Nachbarin ist freie Versicherungsmaklerin. Sie checkt laufend alle Tarife und Änderungen. Sollte sich etwas relevantes ergeben kommt Sie auf eine Tasse Kaffee vorbei. Der Schriftkram ist dann schnell erledigt und der Klatsch und Tratsch im Ort stehen im Fokus des Zusammentreffens.“

Wenn ich mich so umhöre wird mir eines klar: Man sollte nicht nur seine Mitmenschen so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, sondern auch seine Nachbarn. Und einfach nett grüßen, ab und zu ein Stück Kuchen vorbeibringen und sich nicht gleich über zu laute Musik aufregen. Dann klappts auch mit dem Nachbarn.

 

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