Zwischen strengen Regeln und gelben Sonnenblumen

Bei Konzerten gibt es nicht nur Spaß und Freude, sondern auch Regeln und Vorschriften. Diese gelten vor allem für die Vertreter der Presse. Das Management mancher Künstler ist härter. Andere wiederum nehmen es etwas lockerer. Schlager-Star Dieter Thomas Kuhn hat ein Management der kritischeren Art. Aber das macht nix. Denn Spaß macht so ein Konzert allemal.

Am 29. Juli stand Dieter Thomas Kuhn & Band auf dem Programm bei den diesjährigen KSK Music Open in Ludwigsburg. Die Lotto-Regionaldirektion Nord-Ost ist Sponsor des Events. Und der rührige Regionaldirektor macht es möglich, dass ich an diesem Abend mit Pressausweis dabei sein darf.

Rudelbildung für Pressevertreter

Ich fahre mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Ludwigsburg. Schon da ist klar zu erkennen, welche Fahrgäste das Ziel Schloss Ludwigsburg haben. Schrille Schlaghosen, Plüsch und Sonnenblumen wohin das Auge reicht. 10.000 Fans hat der Veranstalter im Vorfeld angekündigt. Einige Ludwigsburger haben von dem Event wohl nichts mitbekommen. Sie schauen entsetzt drein, als sich der Tross schrill verkleideter Menschen zielstrebig in eine Richtung bewegt. Und auch die Autofahrer an der Bundesstraße staunen zum Teil nicht schlecht. Ich habe mein Outfit übrigens schlicht gehalten – bin ich doch in offizieller Mission für diesen Blog unterwegs.

Ankommen war einfach. Doch dann die erste schlechte Nachricht. Meine Presseakkreditierung wurde verbummelt… Aber das wurde hinter den Kulissen zum Glück rasch und unkompliziert gelöst. Ich bekomme einen genauen Standort gezeigt, an dem ich mich zwingend zu einer vorgegebenen Uhrzeit einzufinden habe. Hier wird die Pressemeute dann gesammelt und im Rudel weitergeführt.

Nicht HINTER sondern VOR den Kulissen

Pünktlich habe ich mich durch die Menschenmassen zum vereinbarten Treffpunkt durchgeschlagen. Regeln sind einfach Regeln. Jetzt gibt es Instruktionen. Es beginnt ganz normal mit den drei goldenen Regeln: Kenntlich machen mit einem Presseaufkleber. Fotos bei den ersten drei Liedern sind erlaubt. Danach wird nicht mehr fotografiert.

Und dann wird es der Mitarbeiterin des Veranstalters schon fast peinlich. Denn sie muss den Fotografen nun ganz neue Regeln beibringen. Und zwar, dass der Bereich vor der Bühne nach dem dritten Lied umgehend verlassen werden muss, um die Kameras wegzubringen. Und zwar in Schließfächer. Das Management will diese weggesperrt sehen, falls ein Fotograf das Konzert weiter aus unmittelbarer Bühnennähe sehen möchte.

Lange Gesichter in den Reihen. Und einige entschließen sich zugunsten ihres Equipments augenblicklich dazu, den besten Konzertrang einfach fluchtartig zu verlassen nach den drei Liedern. Dennoch wird über diese Vorgabe kurz aber intensiv diskutiert. Auch einem Laien würde schnell auffallen, dass das nicht gelernt oder üblich ist bei Fotografen. Über den Grund für diese Regeln können wir in der Runde auch nur auf die Schnelle spekulieren.

Und schon stehen wir direkt VOR den Kulissen. Im Bühnengraben, der keinen Meter breit – aber zum Glück schön lang ist, werden wir platziert. Und einige Minuten später geht es dann auch direkt los.

So sieht es aus, wenn man bei den KSK Music Open VOR der Bühne steht

Der Künstler setzt auf Altbewährtes

„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“,  „Mendocino“ oder „Über Sieben Brücken musst du gehen“. Und zum Abschluss darf „Tränen lügen nicht“ nicht fehlen. Das Repertoire von Dieter Thomas Kuhn ist seit Jahren nahezu unverändert. Aber das macht gar nichts. Weder mir noch den 10.000 Fans.

Nachdem ich den Bühnengraben verlassen habe, verkrümele ich mich etwas abseits. Die Stimmung ist gut. Die Zuschauermenge im Schlossinnenhof ist textsicher. Von der ersten bis zur letzten Zeile. Und genau das ist es, was die Konzerte hier jedes Jahr so besonders macht. Eine historische Kulisse, ein vorhersehbares Konzert und jede Menge schrille Outfits.

Meins ist der Schlager ja eigentlich gar nicht. Für die Wasenzelte beim Volksfest mache ich aber stets eine Ausnahme. Und für Dieter Thomas Kuhn eben auch…

… und eines ist klar: Wenn ich darf, dann komme ich nächstes Jahr gerne wieder.

Altbewährt und immer wieder gut: Dieter Thomas Kuhn

Übrigens: Ich bin Wiederholungstäterin. Was ich im letzten Jahr erlebt habe kannst du hier nachlesen: https://www.traeumdichlotto.de/2016/08/08/kontrastprogramm-vor-historischer-kulisse/

 

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