Was passiert, wenn sich einige Dutzend kunstaffine Blogger und Social Media Aktivisten auf Einladung der Karlsruher und Stuttgarter Museen zum „Blind Date“ treffen? Klar: Es wird getwittert, geliket, gepostet und gesharet was das Zeug hält! Hintergrund ist eine Initiative von insgesamt zehn Museen, um den musealen Austausch der beiden (scheinbar?) rivalisierenden Städte zu fördern. Weil das eine tolle Idee ist, hat Lotto Baden-Württemberg dieses Event auch finanziell gefördert. Zumal jährlich durch den Wettmittelfonds rund 33 Millionen Euro aus Lottoeinnahmen für zur Förderung von Kunst und Kultur verwendet werden.

Punkt 14:58 Uhr fährt der Zug aus Karlsruhe auf Gleis sieben am Stuttgarter Hauptbahnhof ein. Ich stehe schon da und empfange gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen aus den Stuttgarter Museen die Gäste aus Karlsruhe. Der ganze Bahnsteig dreht sich nach uns um, denn viele Schilder und noch mehr Winken und Jubeln lassen erahnen, dass hier nicht nur Tante Emma vom Zug abgeholt wird. Sofort wird die Szenerie von den Karlsruhern auf den schnell gezückten Smartphones festgehalten und in die weite Welt hinaus geschickt.

Natürlich darf unser Maskottchen Winny nicht fehlen. Er sorgte nicht nur für Erheiterung bei der restlichen Bande, sondern postete und twitterte fleißig den Tag über von seinen spannenden Erlebnissen in den Museen

Dann wurden die Blind Dates zugeteilt, denn tatsächlich wusste niemand der Teilnehmer, in welche beiden Museen er oder sie gehen durfte. Teilgenommen aus Karlsruhe haben folgende Einrichtungen: Museum für Naturkunde, Staatliche Kunsthalle, ZKM und das Badische Landesmuseum. Stuttgart schickte folgende Museen ins Rennen: Linden-Museum, Staatsgalerie, Kunstmuseum, Naturkundemuseum, Landesmuseum Württemberg und das Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Der Ausklang erfolgte für die Karlsruher und Stuttgarter Teilnehmer gemeinsam im (noch nicht eröffneten) neuen Stadtmuseum im Wilhelmspalais in Stuttgart. Als enger Partner der staatlichen Museen im Land – jährlich fließen über den Wettmittelfonds rund 33 Millionen Euro in den Bereich Kunst und Kultur – ist es für uns eine besondere Partnerschaft und deshalb unterstützen wir von Lotto Baden-Württemberg solch innovative Aktionen sehr gerne.

Kunst vs. Dinos

Zugegeben: Im echten Leben hatte ich noch nie ein Blind Date. Also war ich entsprechend gespannt, welchen beiden Museen ich zugeteilt werde. Besser hätte die Wahl nicht ausgehen können. Denn als großer Dino-Fan und Bewunderer der Pop Art von Lichtenstein und Warhol, waren sowohl das Naturkundemuseum mit vielen prähistorischen Fundstücken und maßstabsgetreuen Nachbildungen von Dinosauriern als auch die Staatsgalerie mit der aktuellen Druckgraphik-Ausstellung sowie Werken von Picasso, Dix oder Beuys absolute Volltreffer!

So verging die Zeit in beiden Museen wie im Flug und vor lauter Knipsen, Posten, Teilen, Liken und Twittern kam ich manchmal gar nicht so richtig dazu, die Werke wirken zu lassen.

Eines der wohl bekanntesten Werke Warhols sind die bunten Siebdrucke von Marilyn Monroe. Live und in Farbe zu bestaunen in der Staatsgalerie Stuttgart.
Täuschend echt! Die Dinos im Stuttgarter Naturkundemuseum sind maßstabsgetreu nachgebaut und zwingen einen dazu, zweimal hinzuschauen …

Am Abend komme ich völlig geplättet aufgrund der vielen Eindrücke zu Hause an und lasse erst mal alles auf mich wirken. Zum Glück träumte ich nicht von Marilyn Monroes, die auf Dinosauriern durch Stuttgart reiten … Aber tatsächlich wirkt der Tag nach und ich freue mich, wenn im nächsten Jahr die #Museumsbande hoffentlich wieder auf Beutezug durch die staatlichen Museen im Land geht!

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