Die Römer sind die wahren Zocker

Die alten Römer waren viel verrückter nach Glücksspielen als wir es heute sind. So verrückt, dass es sogar verboten werden musste!

 

Glücksspiel der Antike mit Lotto nicht zu vergleichen

Wir haben den alten Römern viel zu verdanken: Die Entwicklung der Kanalisation, Aquädukte, römische Zahlen und sogar die Zeitung. Wer weiß wie die heutige Welt aussehen würde, wenn die Römer nicht so erfindungsreich gewesen wären. Aber wer viel arbeitet und viel erfindet braucht auch Entspannung. Und auch darin war man damals sehr erfindungsreich. Alkohol und Glücksspiel waren dabei besonders beliebt.

Das Glücksspiel, wie man es schon in der Antike liebte, ist mit unserem heutigen Lotto nicht zu vergleichen. Ich habe mich also einmal auf Spurensuche nach den Vorreitern des modernen Glücksspiels gemacht. Als erstes kamen mir dabei die Gladiatorenkämpfe in den Sinn. Aber dabei habe ich eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Hier wurden vergleichsweise wenige Wetten abgeschlossen!

Bitterer Kampf bis zum Tod

Die Gladiatorenkämpfe waren das Nonplusultra der Unterhaltungsveranstaltungen der Römer. Zwei oder mehrere Männer kämpften in der Arena bis zum Tod. Sie konnten nur vom Kaiser persönlich begnadigt werden. Und natürlich wurde auf den Ausgang dieser Kämpfe gewettet. Aber das war eine knifflige Angelegenheit, denn meist war ein Gladiator deutlich besser ausgerüstet als der andere. Der Underdog gewann selten und das war auch der Grund, warum deutlich weniger auf Gladiatorenkämpfe gewettet wurde, als man vielleicht vermuten könnte.

Der wohl berühmteste Austragungsort für Gladiatorenkämpfe: das Kolosseum in Rom

Wagenrennen à la Ben Hur

Wagenrennen waren brutale, gefährliche und aufregende Veranstaltungen. Und natürlich ließen sich darauf gut Wetten abschließen. Allerdings konnten sich nur die Reichen und Mächtigen diese Wetten leisten. Das gemeine Volk durfte die Rennen bejubeln, konnte mit ihnen aber kein Geld gewinnen (oder verlieren).

Die Wagenrennen, wie wir sie heute kennen, sind mit ihren römischen Vorgängern nicht zu vergleichen.

Bis heute Beliebt: Backgammon

Backgammon ist eines der ältesten Brettspiele und wurde von den alten Römern erfunden. Es wurde allerdings in dieser Zeit Tabula genannt. Kaiser Claudius war besonders verrückt nach diesem Spiel. Er widmete diesem Hobby oft viele Stunden. Er war es auch, der die Geschichte des Spiels niedergeschrieben haben soll – allerdings ist die Schriftrolle verloren gegangen. Verschiedenen Angaben zufolge soll er für mehrere Jahre an dieser Schrift gearbeitet haben.

Backgammon spielten schon die Römer

Besessenheit mit Würfelspielen

Tessarae, das einfache Würfeln, war einfach und allseits beliebt. Nicht nur um Geld, sondern auch um immaterielle Gewinne wurde gewürfelt. In der Einfachheit des Spiels lag dessen Beliebtheit. Zwei Spieler haben Ihren Einsatz auf das Ergebnis des Würfels gesetzt.

Commodus, ein brutaler römischer Kaiser, verwandelte seinen Palast in ein Kasino, um das Geld wieder einzutreiben, das er aus der Staatskasse verschwendet hatte. Diese findige Idee führte zu einem nationalen Glücksspielproblem. Sein Nachfolger entschied daher, das Glücksspiel nur eine Woche im Jahr zu erlauben.

Geschichte des Lotto

Die Definition des Begriffs „Lotto“ wurde von einem Philosoph namens Samuel von Pufendorf im Jahre 1665 gesetzt. Die Genuesen haben im 15. Jahrhundert das Lotto spielen, wie es heute ist, erfunden. Damals musste man 5 Zahlen aus 90 richtig erraten, um den ganzen Gewinn zu erhalten.

Die erste Ziehung in Deutschland war am 9. Oktober 1955. Die dort ermittelten Lotto- Zahlen wurden von einem Waisenmädchen gezogen und lauteten 13, 41, 3, 23, 12 und 16.

Gladiatorenkämpfe und Wagenrennen kann man sicherlich als historische Vorgänger der heutigen Sportwetten bezeichnen. Alles in allem kann man abschließend sagen, dass unsere Glücksspiele heute deutlich harmloser sind. Aber dennoch erfreuen sie sich nach wie vor großer Beliebtheit. Einen Streifzug durch die Lottoerie-Geschichte kann man übrigens in unserem Firmenmuseum machen.

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