John Lennon kann nicht irren: Iren sind glücklich! Zumindest laut dem Song The Luck of The Irish von ihm und Yoko Ono. Zudem gibt es gleich vier Spielfilme mit demselben Titel. Irgendwoher muss also das Image der glücklichen Iren stammen. Doch was ist außer Kleeblatt, Kobold und Goldtopf noch dran am Glücks-Image der Bewohner der grünen Insel? Ich begebe mich auf die Suche …

Besetzung, Hungersnöte, Armut, Unterdrückung, Bürgerkrieg und ständig  schlechtes Wetter: Die Geschichte Irlands sieht auf den ersten Blick alles andere als glücklich aus. Nichtsdestotrotz haben die Iren scheinbar das Glücks-Image gepachtet. Doch woher kommt das dankbare Image? Da wäre zum einen das irische Nationalsymbol, das Kleeblatt.Das Shamrock gilt als Erkennungszeichen des Heiligen Patrick, der mit dem dreiblättrigen Kleeblatt auf seinen Missionszügen die Dreifaltigkeit erklärt haben soll. Moment mal, dreiblättriges Kleeblatt? Gilt nicht die vierblättrige Variante gemeinhin als Glückssymbol?

Aber da gibt es noch die Sage über kleine Kobolde, die mit einem Topf voller Gold am Ende des Regenbogens warten. Was hat es denn hiermit auf sich? Der sogenannte Leprechaun stammt aus der irischen Mythologie. Es heißt, man bekomme etwas von seinem Gold, wenn man ihn findet und festhält. Doch mehr als eine Sage ist es leider nicht. Zumindest habe ich noch nie einen kleinen grünen Kobold gesehen. Außerdem wird das Bild über den netten Kobold etwas von der Horrorfilmreihe „Leprechaun – Der Killerkobold“ getrübt.

Fast so genial wie ein Lottogewinn, oder!?

Eine erste Erklärung finde ich in der US-amerikanischen Geschichte. Im Goldrausch des 19. Jahrhunderts sagte man den immigrierten Iren nach, sie hätten besonders viel Glück, The Luck of The Irish eben. Da die Einwanderer jedoch nicht sehr willkommen waren und zudem einen schlechten Ruf genossen – den von dümmlichen Tölpeln vom Land – war der Spruch eher ironisch-verächtlich konnotiert; vergleichbar mit den dümmsten Bauern, welche die dicksten Kartoffeln ernten. Hm, also so ganz komme ich der Sache immer noch nicht auf die Spur…Vielleicht hilft es, mal einen Blick in die irische Seele zu werfen.

Die Irische Seele

Einige Male war ich schon in Irland, sowohl in der Republik im Süden als auch im zum britischen Commonwealth gehörenden Nordirland. Viele Gespräche mit Einheimischen habe ich geführt – morgens beim Irish Breakfast oder abends beim Guinness. Was ich von den Iren lernte, ist eine gewisse Gelassenheit (vielleicht auch Gleichgültigkeit?), mit der sich vieles sicher leichter ertragen lässt. Kleine Kostprobe gefällig? “The weather is awful, but it’s fine”, “The English are idiots, but they’re nice”, “The economy is down, but it’ll be okay”. Zudem besitzen die Iren einen unglaublichen Stolz auf ihr Land, ihre Natur, ihr Liedgut, ihre Sprache (vieles ist in Gälisch geschrieben). Kombiniert mit einem Mir-doch-egal-was-die-anderen-denken-Lebensgefühl hinterlässt das zumindest bei mir den Eindruck, dass die Iren mit sich im Reinen sind – selbst wenn mal nicht alles gut läuft.

Macht eine solche Lebenseinstellung am Ende des Tages nicht doch glücklich?

PS: Erst nach mehrmaligem Hören wurde mir übrigens klar, was John Lennon mit „The Luck of The Irish“ eigentlich meint. Im Lied singt er nämlich: „If you had the luck of the Irish / You´d be sorry and wish you were dead / You should have the luck of the Irish / And you´d wish you was English instead.“

Was würde nun ein Ire darauf antworten: Vermutlich wäre es ihm egal was John Lennon singt …

PPS: Tolle Reiseberichte, z. B. auch über Irland gibt’s jede Woche im kostenlosen Kundenmagazin von Lotto Baden-Würrtemberg, dem glüXmagazin. Zudem hat unsere Geschäftsführerin, Marion Caspers-Merk, vor einiger Zeit als Gastbloggerin hier einen lesenwerten Irland-Krimi vorgestellt.

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