Schon die Gallier wussten: Die spinnen, die Briten…

Die Briten sind wahre Größen in der Welt der verrückten Wetten. In Großbritannien wird einfach auf alles gewettet. Je verrückter, umso besser.  Aber woher kommt das? Dieser Sache bin ich aus Neugierde einmal nachgegangen. Was ist dabei herausgefunden habe und auf welch kuriose Wetten ich gestoßen bin, habe ich für diesen Blogbeitrag zusammengefasst.

England wurde bereits zu Beginn der Industriezeit zu einer Hochburg jeglicher Sportwetten. Zu Beginn waren es die klassischen Pferdewetten, die das Volk reizten. Aber schnell fand man auf der Insel Gefallen daran, auf mehr zu wetten. Und zwar auf einfach alles! Egal ob es um etwas Politisches, Sportliches oder Gesellschaftliches ging.

Die Geburt der Kinder von William und Kate standen ganz hoch in Kurs. Besonders beliebte Wetten: Wird es ein Mädchen oder ein Junge? Wie viel wird er oder sie wiegen? Wann ist der genaue Geburtstermin oder gar die Uhrzeit? Welche Haarfarbe wird das Neugeborene haben? Wer wird das Kind beim ersten offiziellen Foto auf dem Arm haben – Mama oder Papa? Welches Regierungsmitglied twittert zuerst seine Glückwünsche? Selbst die Farbe des Kleides, das Kate tragen wird, wenn sie aus dem Krankenhaus kommt, war zahlreichen Briten einen Tipp wert.

Die Wetten auf das Königshaus sind lukrativ. In England gibt es weit über 9.000 Wettbüros. Und die wurden in den Wochen vor den jeweiligen Geburten rege genutzt. Wer es tatsächlich schaffte, das richtige Geschlecht und den richtigen Namen zu tippen, konnte umgerechnet bis zu 750.000 Euro gewinnen.

Aber die Wetten auf die Königsfamilie sind bei weitem nicht die verrücktesten. Auch Abnehm-Wetten werden gerne angekommen. Ein namhaftes Wettbüro nimmt Wetten von fülligeren Briten an, die auf ihr eigenes Gewicht wetten. Um zu gewinnen heißt es dann: durchalten, schwitzen und Sport treiben. P. Barnes ist das beste Beispiel, wie eine Wette zum Motivationsschub führen kann: Der junge Mann hatte nach Hochzeit, Honeymoon und den ersten Ehewochen einige Pfund zugenommen. Die wollte er wieder loswerden. Er bot die Wette an, dass er von seinen knapp 290 Pfund innerhalb von knapp zwölf Monaten 32 Pfund abnehmen würde. Die Wette wurde angenommen. Barnes setzte 100 Pfund und legte los. Viel Bewegung, gesunde Ernährung und regemäßiges Dart-Spielen – um vom Hungergefühl abzulenken – ließen die Pfunde purzeln. Und da die Wetten 25:1 gegen ihn standen verlor er reichlich Kilo und gewann er am Ende 2.500 englische Pfund.

Noch verrückter sind Wetten auf die Zukunft. Auch das ist in England möglich. P. Edwards ist ein nennenswertes Beispiel dafür. Er wettete 50 Pfund darauf, dass sein Enkel H. Wilson eines Tages für die Fußballnationalmannschaft von Wales auflaufen würde. Die Wette wurde vom Wettbüro akzeptiert. Die Quoten lagen bei 2500:1. Es dauerte 13 Jahre bis diese Wette relevant wurde. H. Wilson hatte sich mittlerweile zum talentierten Nachwuchsspieler des FC Liverpool  gemausert und wurde tatsächlich bei einem Spiel der walisischen Nationalmannschaft eingewechselt. Der überglückliche Großvater war mal eben um 125.000 Pfund reicher geworden.

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