Glücksspiel aus wissenschaftlicher Sicht

Glücksspiel an der Uni? Und das im pietistischen Schwabenland? Wie passt das zusammen? Gut, findet einer unserer Mitarbeiter der jährlich das Symposium Glücksspiel an der Universität Hohenheim besucht. Auch in diesem Jahr war es wieder sehr gut besucht.

Seit 2003 findet jährlich das Symposium Glücksspiel an der Universität Hohenheim bei Stuttgart statt. Es gilt im deutschsprachigen Bereich als die am meisten etablierte Veranstaltung ihrer Art und ist immer mit prominenten Rednern aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Vertretern der Branche besetzt. Deutschlandweit gibt es inzwischen diverse Veranstaltungen die sich mit dem Thema Glücksspiel beschäftigen. Aber die Forschungsstelle in Hohenheim hat sich als erste wissenschaftlich und umfänglich an das Thema genähert. Der geschäftsführende Leiter der Forschungsstelle, Prof. Tillman Becker, ist europaweit der anerkannte Wissenschaftler wenn es um Glückspiel geht. Seine Reputation spricht für sich.

Gut besucht: Das Symposium Glücksspiel an der Universität Hohenheim

Worin liegt der Mehrwert dieser Veranstaltung für einen Mitarbeiter einer Lotteriegesellschaft?

Die Veranstaltung hilft, Themen die operativ im Alltag bearbeitet werden, auch aus theoretischer und wissenschaftlicher Sicht besser zu verstehen. Insbesondere der Benchmark aus anderen Branchen oder Ländern ist sehr interessant und öffnet einem mehr Blickwinkel für die eigene Arbeit. Nicht nur die fundierten Vorträge der Redner lassen einen bestimmte Themen tiefer verstehen, auch der Austausch mit Personen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Glücksspielbranche hat einen Mehrwert. Dies hilft über den eigenen Tellerrand zu schauen und auch die Sichtweise der „Anderen“ zumindest teilweise besser zu verstehen.

Wichtigster Punkt ist jedoch, dass am Symposium in Hohenheim immer über das große Ganze gesprochen wird. Wie sollten die Anforderung an eine erfolgreiche Regulierung aus Sicht einer Lotteriegesellschaft aussehen? Welche Rolle spielt die Europäische Kommission für Deutschland? Welche europäischen Beispiele für Regulierungsbehörden gibt es? …um nur einige Themen aus dem Jahr 2017 zu nennen. Die derzeitige Situation des Glücksspielmarktes in Deutschland ist auch in der öffentlichen Diskussion angekommen. Die Themen des diesjährigen Symposiums spiegeln dies wieder.

Die Veranstaltung findet in einem großen Hörsaal der Universität statt. Unmittelbar nachdem man in einer Reihe Platz genommen hat und seinen kleinen festgeschraubten Tisch runtergeklappt hat, fühlt man sich in das eigene Studium zurückversetzt. Seit damals hat sich nichts verändert: Die Holzsitze sind nach wie vor unbequem, der Platz zum Schreiben wie immer viel zu klein und wenn man mal kurz raus muss, müssen alle in der Reihe aufstehen um einen durchzulassen. Aber das gehört dazu. Die Forschungsstelle ist unabhängig, manchmal unbequem, aber immer direkt in Ihren Aussagen. Es möge so bleiben.

Merken

In diesem Artikel

Kommentieren