Zieeeehhhhhhhhh! – Der alte Traum vom Fliegen

Skispringen ist für mich eine der faszinierendsten Sportarten überhaupt. Der Mensch gibt seinen alten Traum vom Fliegen einfach nie auf. Beim vermeintlichen Überwinden der Schwerkraft überkommen ihn Glücksgefühle der besonderen Art. Ein Großer dieses Sports war Jens Weißflog. Der Mann, der sowohl für die DDR als auch für das wiedervereinigte Deutschland startete – und große Erfolge feierte. Dass kein Meister vom Himmel fällt und welche Chancen die Deutschen bei der bevorstehenden Vierschanzentournee haben, verrät er im aktuellen Interview den Kollegen vom glüXmagazin.

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Der „Floh vom Fichtelberg“ war für mich von klein auf ein Held. Jens Weißflog war schon vor der Wende einer meiner Lieblingssportler. Als Anführer der deutschen Skisprung-Mannschaft nach der Wiedervereinigung sowieso. Das war nicht einfach Skispringen. Das war Luft-Ballett auf zwei Brettern, das war Ästhetik pur. Kein Wackler, so gut wie immer mit Telemark-Landung, zuerst im Parallel-Stil – und später sogar noch im V-Stil, der bis heute das Skispringen prägt. Darüber hinaus war Weißflog ein fairer Sportsmann, ehrgeizig zwar, aber ein Gentleman.

Ein Held meiner Jugend, dem ich gerne nachgeeifert hätte, wenn, ja wenn ich nicht schon als Jugendlicher mehr gewogen hätte als Weißflog zu seiner aktiven Zeit. Aber der Traum vom Fliegen lebt noch heute. Spätestens am 30. Dezember, wenn zum Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf wieder 20.000 Kehlen „Zieeeehhhhhhhhh“ rufen, sobald die deutschen Ski-Adler in der Luft sind.

 

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