Und wieder fährt ein Taxi nach Leipzig…

Sonntagabend ist Tatort-Zeit. Ein Sonntag ohne Tatort ist für den Redaktionsleiter des glüXmagazins von Lotto Baden-Württemberg wie ein Wochenende ohne Bundesliga. Wenn um 20:15 Uhr der seit über 40 Jahren unveränderte Jingle ertönt und den Zuschauer stets das gleiche Augenpaar fixiert, ist für ihn Spannung garantiert.

Das Jubiläum des Tatort ist Titelthema der Ausgabe 44/2016 des glüXmagazin

Kaum zu glauben, dass die Erfolgsserie der ARD schon seit 1973 läuft und am 13. November die 1000. Folge über den Bildschirm flimmert. Der Titel ist der gleiche wie bei der Premiere, als die Fälle noch im Schwarz-Weiß-Fernsehen gelöst wurden: „Taxi nach Leipzig“. Damals musste der Hamburger Kommissar Trimmel, gespielt von Walter Richter, noch inkognito nach Leipzig reisen, um in der damaligen Ostzone einen Todesfall zu lösen.

Die DDR ist längst Geschichte, den Tatort gibt es immer noch. Und das mit großer Bandbreite: Von Kiel bis Wien, von Saarbrücken bis Dresden – die Drehbuchautoren, Regisseure und Schauspieler haben es meist geschafft, jedem Ermittler eine eigene Ausstrahlung zu vermitteln. Herausragend sind natürlich Typen wie früher Götz George als Schimanski, Jochen Senf als Max Palu, der von den Frauen umschwärmte Zollfahnder Kressin (Sieghart Rupp) oder aktuell Harald Krasnitzer als österreichischer Oberstleutnant Moritz Eisner.

Batic und Leitmayr halten den Rekord

Derzeit gibt es über 20 Ermittler-Teams beim Tatort. Meine aktuellen Lieblinge sind Boerne und Thiel in Münster, die stets auch für komödiantische Einlagen gut sind, die Kölner Freddy Schenk und Max Ballauf mit ihrem legendären Imbissstand als „Running Gag“ und das kroatisch-bayerische Duo Batic und Leitmayr, das in München schon 73 Fälle löste und damit den Tatort-Rekord hält.

Beim 1000. Tatort machen übrigens am 13. November Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Klaus Borowski (Axel Milberg), die sonst getrennt ermitteln, gemeinsame Sache. Dabei haben die beiden nicht nur einen verzwickten Fall zu lösen, sondern treffen auf einige ehemalige Tatort-Ermittler, die in Gastrollen auftreten.

Schwarzwald-Tatort kommt

Das glüXmagazin berichtet in der aktuellen Ausgabe auf einer Doppelseite über den 1000. Tatort und die Geschichte des Dauerbrenners. Aus baden-württembergischer Sicht wird das Stuttgarter Ermittlerduo Lannert und Bootz, gespielt von Richy Müller und Felix Klare, bald Zuwachs bekommen. Anfang 2017 wird auch der Schwarzwald zum Tatort. Mit dabei ist dann Harald Schmidt, der als Kriminal-Oberrat Gernot Schöllhammer Chef der beiden Ermittler Friedemann Berg (gespielt von Hans-Jochen Wagner) und Franziska Tobler (Eva Löbau) ist. Der Schwarzwald-Tatort ersetzt den Bodensee-Tatort, was ich begrüße. Obwohl mir dort Sebastian Bezzel in der Rolle des Kriminalhauptkommissars Perlmann gut gefiel. Alles andere wirkte aber oft sehr düster. Perlmanns Chefin Klara Blum (Eva Mattes) machte da keine Ausnahme. Als Liebhaber der Bodensee-Region habe ich mich oft darüber geärgert, dass man diese herrliche Landschaft nicht öfter gezeigt hat. Am 4. Dezember läuft die letzte Bodensee-Folge unter dem Titel „Wofür es sich zu leben lohnt“. Bleibt zu hoffen, dass die neuen Schwarzwald-Tatorte mehr „lohnenswertes“ zu bieten haben.

Ulrike Folkerts und die Sonntagsmörder

Zuvor kommt aber am 13. November der 1000. Tatort und direkt danach wird es vielleicht noch spannender. Ulrike Folkerts, die als Ludwigshafener Kommissarin Lena Odenthal seit 1989 bereits 64-mal auf Verbrecherjagd ging und dabei oft auch in Baden-Württemberg unterwegs war, taucht ab 21:45 Uhr ins Archiv ab und präsentiert eine Stunde lang Interessantes aus 43 Tatort-Jahren.

Merken

In diesem Artikel

Kommentieren