Kunstbanause meets Bach

Im Rahmen des Musikfestes Stuttgart fand das 41 Bach.Lab III in den Wagenhallen statt. Da die Veranstaltung von Lotto Baden-Württemberg gefördert wird, hat sich unsere Social Media Managerin auf das ihr recht unbekannte Terrain der Klassischen Musik begeben.

Ich gestehe gleich zu Anfang: Die Klassische Musik und ich, wir waren bisher keine Freunde – egal ob Bach, Mozart oder all die anderen namhaften Kollegen! Mit Grauen denke ich an die Klassenausflüge zurück, bei denen Opern- und Operettenbesuche auf dem Programm standen. Schlechte Sitzplätze, nix verstanden und viele argwöhnische Blicke der anderen Besucher schon beim Betreten des Großen Hauses in Stuttgart. Seit vielen Jahren meide ich also die Klassik recht erfolgreich.

Aber dem Bach.Lab will ich eine Chance geben! Die Location Wagenhallen hat es mir ohnehin angetan… Eine solche Institution muss einfach unterstützt werden. Und das Konzert verspricht laut Programmflyer „ein spannender Dialog zwischen historischer und elektro-akustischer Musizierpraxis“ zu sein. Ich bin gespannt!

Ein Abend – ganz anders als gewohnt

Das Publikum ist anders, als ich es bei Konzertbesuchen gewohnt bin. Alles dabei von Dreißig bis Siebzig. Zurecht gemacht, wie man sich Künstler und Kunstschaffende klischeemäßig vorstellt. Schals, Kleidung nicht von der Stange und extravagante Halsketten. Und an der Bar vor dem Veranstaltungssaal erhält man Weißwein wenig gekühlt aus dem Tetrapack. Ich fühle mich etwas fremd in der Szenerie. Aber das muss ja nichts Schlechtes sein – man soll ja seinen Horizont erweitern…

Leinwand, Mischpult und Laptop stehen schon auf der Bühne, als ich mir meinen Platz suche. Das sieht vielversprechend aus! Die Klassik scheint hier auf den ersten Blick den Weg in die Moderne gefunden zu haben. Und als die ersten Töne erklingen, läuft auf der Leinwand die erste Installation. Das Gefühl der Musik wird auf das Gezeigte übertragen und das Konzert startet fulminant. Bisher bin ich sehr angetan.

Schade, dass der erste positive Eindruck dann bei mir schnell erlischt. Was folgt ist aus meiner Sicht weit über eine Stunde voller Rorschachtests auf der Leinwand und einem Fagottspieler, der genauso auch bei den Stones über die Bühne rocken könnte. Leider ist die Lichtshow falsch eingestellt, sodass die Scheinwerfer die Zuschauer so in den Augen blenden, dass schnell Sonnenbrillen gezückt –  oder Tücher um den Kopf und über die Augen gebunden werden. Leider habe ich weder Halstuch noch Sonnenbrille dabei. Andere Zuschauer sind da besser vorbereitet.

Mein Event war es nicht. Aber diese Einschätzung ist absolut Subjektiv und soll die Veranstaltung an sich nicht in Abrede stellen. In jedem Fall finde ich es großartig, dass Lotto Baden-Württemberg die Kunst und Kultur im Land so vielfältig fördert. Da ist auf jeden Fall für jeden was dabei. Und ich werde beim nächsten Mal aus dieser Schatztruhe an Events etwas aussuchen, bei dem ich mich nicht als Kunstbanause outen muss.

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