Irgendetwas ist heute anders als ich die Drehtüre der Lotto-Zentrale im Stuttgarter Norden schwungvoll hinter mir lasse. Ein besonderes Flair liegt in der Luft. Ohne viel zu grübeln steuere ich als erstes zielsicher die Caféteria an, um mir die notwendige Portion Koffein in Form einer Tasse Kaffee zu besorgen. Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Heute ist Tag der offenen Tür‘ bei Lotto Baden-Württemberg!

Wie unser Mitarbeiter Sebastian Rausenberger diesen besonderen Tag erlebt und was die Besucher an dem Tag zu erwarten hatten, teilt er in seiner Reportage mit.

Ich stehe also in der Kantine und dort herrscht bereite ein buntes Treiben: Die Kolleginnen und Kollegen aus Küche und Haustechnik sind damit beschäftigt, die Kantine für den bald zu erwartenden Andrang final aufzubauen und zu dekorieren. Auch viele andere Kolleginnen und Kollegen aus diversen Abteilungen befinden sich schon seit Tagen und Wochen in den Vorbereitungen für das Event. Auch wir von der Gruppe Digitale Medien sind natürlich heute gefragt: Posten, Twittern, Filmen, Fotografieren und Interviewen!

Es ist jetzt neun Uhr und die Zeit, bis die ersten Gäste eintreffen, vergeht wie im Flug. Knapp 80 Frauen und Männer haben beim Gewinnspiel gewonnen und können die „heiligen Hallen“ – wie wir es von manchen Besuchern an dem Tag zu hören bekommen – besichtigen. Ab zehn Uhr treffen dann die ersten Gäste ein und werden mit Butterbrezeln und sommerlich-alkoholfreien Getränken im Stile von Campari-Orange oder Holunder-Prosecco willkommen geheißen.

100-Prozent-Quote!

Als Lotto-Chefin Marion Caspers-Merk um 10.30 Uhr die Gäste offiziell begrüßt, betont sie sichtlich stolz, dass alle Gewinner für die Veranstaltung auch erschienen sind. Eine 100-Prozent-Quote gibt es auch bei solchen Veranstaltungen selten. Das zeigt aber zugleich, wie groß das Interesse daran ist, einmal hinter die Kulissen der „Zentrale des Glücks“ zu blicken. Kein Wunder: Ist dies doch seit 26 Jahren – 1990 zog die Lotto-Zentrale in das Gebäude neben dem Rosensteinpark – der erste Tag der offenen Tür‘.

Winni2
Auch Lotto-Maskottchen „Winny“ lässt es sich nicht nehmen und mischt sich unter die Besucher.

Doch ganz zufällig ist der Termin an diesem Tag nicht gewählt. Denn am selben Tag startet auch das Jubiläumslos von Lotto Baden-Württemberg, der Jubi-RubbelStar, bei dem alle Nietenlose noch eine zweite Chance haben. So werden alle zwei Wochen je vier Elektrofahrräder ausgelost. Hierfür wurde extra ein neuer und schicker Ziehungsraum geschaffen, der den passenden Namen „Fortuna“ besitzt. Hier sollen zukünftig neben den Jubi-RubbelStar-Ziehungen auch weitere Auslosungen stattfinden.

Doch zunächst finden um 10.45 Uhr die Führungen statt, zu denen sich die Gewinner anmelden konnten. Sie hatten dabei die Wahl zwischen

  1. „High-Tech-Geschäft Lotto“,
  2. „Damals und heute bei Lotto – so wird g´schafft“ und
  3. „Lotto-Art – Kunst in der Zentrale des Glücks“.

Doch bevor sich die Menschenmasse auflöst und alle zu ihren Gruppen schreiten, will ich wissen, weshalb die Leute so gerne heute dort sein wollen, wo ich fünf Tage in der Woche viele Stunden verbringe – ich gehe auf Stimmenfang.

„Toll, dass Lotto auf ältere Menschen Rücksicht nimmt“

Ich treffe einen älteren Herrn, der von seiner Tochter begleitet wird. Als ich ihn frage, weshalb er heute hier ist, kommt die Antwort postwendend: „Ich habe das in der Zeitung gelesen und habe mich gefragt, wie es wohl bei Lotto hinter den Kulissen zugeht. Also habe ich eine Postkarte geschrieben. Heutzutage wird von jedem erwartet, dass er einen Computer und E-Mail hat. Ich habe so etwas nicht. Deshalb finde ich es toll, dass ich bei Lotto nicht diskriminiert werde und auch auf dem klassischen Weg per Postkarte mitmachen konnte.“  Passenderweise hat er sich im Vorfeld für die Führung „High-Tech-Geschäft Lotto“ angemeldet, bei dem die Besucher Einblick in die IT und das Rechenzentrum bekommen.

Das ist das Startsignal: Nichts wie los zur richtigen Gruppe, um die Führung nicht zu verpassen! In der Zwischenzeit treffen die Journalisten und Kameraleute ein und auch ich baue meine Kamera im neuen Ziehungsraum auf. Schließlich wollen wir ja alles hautnah dokumentieren.

Prominente Glücksfeen helfen tatkräftig bei Erstziehung

Der Medienandrang ist beachtlich. Das trifft sich besonders gut, denn als Überraschungsgäste konnten VfB-Profi Daniel Ginczek, der Nordische Kombinierer Fabian Rießle und Lotto-Ziehungsprofi Chris Fleischhauer gewonnen werden. Pünktlich um 11.30 Uhr beginnt dann auch die offizielle Ziehung, die natürlich standesgemäß von einer Notarin beäugt und abgenommen wird.

Während der Ziehung – der natürlich auch alle Gäste beiwohnen – ist unweigerlich eine gewisse Spannung im Raum zu spüren: eine ca. 50.000 Lose fassende Plexyglastrommel, die sich passend zu Musik und Spotlights dreht – so etwas sieht man nicht alle Tage.

Gruppenbild
Prominente „Glücksfeen“, die Lotto-Chefin Marion Caspers-Merk bei der Ziehung unterstützen: Lotto-Ziehungsprofi Chris Fleischhauer, der Nordische Kombinierer Fabian Rießle und VfB-Profi Daniel Ginczek (v. l. n. r.).

Die Ziehung selbst verläuft auch dank des beherzten Einsatzes der prominenten Los-Paten zum Glück pannenfrei und so können sich vier glückliche Gewinner über je ein nagelneues E-Bike freuen.

Im Anschluss daran kommen alle beim gemütlichen Sektempfang zusammen: Besucher, Mitarbeiter und die Prominenten. Es können Autogramme geholt und kleine Gespräche geführt werden – echte Stars zum Anfassen.

„Super interessant!“

Ich treffe ein Ehepaar. Beide nippen entspannt am Glas Sekt und lassen den Blick schweifen. „Wir haben an der Führung ‚Damals und heute bei Lotto – so wird g´schafft‘ teilgenommen, das war wirklich super interessant“, erzählt die Frau. Besonders beeindruckt habe sie der Gegensatz zur Arbeitsweise im analogen und digitalen Zeitalter, betont das Ehepaar. Der Mann ergänzt dann: „Mich hat erstaunt, mit welchem enormen Aufwand früher akribisch die Lottoscheine einzeln händisch bearbeitet wurden.“  Das kann man sich in der Tat heute nicht mehr vorstellen.

Ich bahne mir den Weg zur Getränkeausgabe und schaue, ob es auch für mich noch ein Glas Sekt übrig hat und siehe da: Glück gehabt! Kaum habe ich den Sekt in der Hand, wird auch schon das Buffet eröffnet: Maultaschen mit Kartoffelsalat. Damit kann man im Schwabenland wahrlich nichts falsch machen.

„Die Lotto-Zentrale ist selbst eine Art Museum“

Ich setze mich im Anschluss zu drei Herren an den Tisch – pensionierte Gymnasiallehrer und Kunstkenner, wie sich später im Gespräch herausstellen wird – und fange auch bei ihnen einige Stimmen ein. „Wir sind hauptsächlich wegen der Führung ‚Lotto-Art – Kunst in der Zentrale des Glücks ‘ hier. Das hat uns interessiert, weil wir ja wissen, dass Lotto Baden-Württemberg viel Kunst besitzt. Die Stücke mal zu sehen, die man sonst im Museum nicht bestaunen kann, ist einfach toll. Im Prinzip ist die Lotto Zentrale ja selbst eine Art Museum“. Das stimmt, denn das denke ich auch jedes Mal, wenn ich die Flure entlanglaufe und die zeitgenössischen und vielfältigen Kunstwerke betrachte.

Es ist schön mit anzusehen, wie sich anschließend bei Kaffee und Streuselkuchen Mitarbeiter und Besucher untereinander mischen und sich gegenseitig austauschen. Sicher wird auch das ein oder andere Mal die obligatorische Frage gestellt, die jeder Lotto-Mitarbeiter mindestens tausendmal in seinem Leben gestellt bekommt: „Und, wie lauten die Lotto-Zahlen bei der nächsten Ziehung?“. Die Kollegen nehmen das aber ganz sicher mit Humor auf, sind sie doch auf diese Art Fragen schon viele Jahre geeicht.

Nächster Tag der offenen Tür‘ erst wieder im Jahr 2042?

Es ist nun circa 14 Uhr und der große Saal im Herzen des Gebäudes in der Nordbahnhofstraße leert sich zusehends. Wo eben noch über 150 Menschen gelassen die Zeit verstreichen ließen, erinnert nach und nach nur noch die Dekoration daran, dass irgendetwas heute anders war…

Unterm Strich war es eine sehr schöne Veranstaltung: für die Gewinner der Tickets genauso wie für die Mitarbeiter. Ich bin mir sicher, dass nicht erst wieder in 26 Jahren – also im Jahr 2042 – der nächste Tag der offen Tür‘ stattfindet.

Und während sich die Tore der Lotto-Zentrale für die Besucher allmählich schließen, heißt es für die knapp 200 Mitarbeiter am Montagmorgen wieder: Arbeiten in der Zentrale des Glücks.

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