Genug Zeit ist nun vergangen seit der Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Zeit, die nötig war, um alles erst einmal sacken zu lassen. Dennoch lohnt es sich – gerade mit etwas Abstand – die Geschehnisse in Frankreich Revue passieren zu lassen und die Bedeutung von Glück und Pech im Fußball zu beleuchten.

Wer hat enttäuscht?

Insgesamt bleibt die EM 2016 sicher nicht als Turnier der großen Mannschaften und individuellen Weltstars in Erinnerung. Spieler wie Ibrahimovic, Ronaldo, Rooney oder De Bruyne spielten zum Teil erheblich unter den an sie gerichteten Erwartungen. Auch bei den Mannschaften überzeugten die vermeintlich großen Teams aus Spanien, Italien oder England nicht wirklich. Geheimfavoriten wie  Belgien oder Österreich wurden ihrer Rolle ebenfalls nicht gerecht.

Wer hat überzeugt?

Stattdessen überraschten Teams wie Ungarn, Nordirland, Wales und allen voran Island. Hier spielten weniger große Stars eine Rolle, sondern viel mehr Teamspirit und Emotionen. Dies führte teilweise zu überraschenden Ergebnissen, wie zum Beispiel dem Sieg von Island gegen – zugegeben recht schwache – Engländer im Achtelfinale, dem Sieg der Waliser gegen Belgien im Viertelfinale oder auch dem 3:3 der Ungarn gegen den späteren Europameister Portugal.

Ist das aber nicht das Reizvolle am Fußball oder an Sport allgemein? Nämlich, dass auch Außenseiter und kleinere Mannschaften den „Großen“ die Stirn bieten können und manchmal sogar gewinnen? Selbstverständlich! Geschichten wie die der Überraschungsmannschaft aus Island schreibt so nur der Sport. Deshalb unterstützt Lotto Baden-Württemberg auch seit knapp 70 Jahren den Breiten- und Spitzensport im Land durch Erträge aus den Lotterien und Wetten.

Was bleibt in Erinnerung?

„HUH!!“. Der Jubel der Isländer, der sogenannte „Viking-Chant“, ist sicher prägend für diese EM und wird – wie die Vuvuzelas nach der WM 2010 in Südafrika – noch einige Jahre in den Stadien der Welt zu hören sein.

Aus deutscher Sicht kann das Turnier insgesamt als durchwachsen bis unglücklich bezeichnet werden. Neben einem nicht fitten Bastian Schweinsteiger zusätzlich noch Verletzungspech während des Turniers (Gómez, Khedira und Boateng), ein unglücklich gesperrter Mats Hummels im Halbfinale und zwei vermeidbare und äußerst unglücklich verursachte Handelfmeter im Viertel- und Halbfinale. Dies führt dann nach einem sehr kräftezehrenden Viertelfinale gegen Italien dazu, dass das letzte Quäntchen Glück gegen clever spielende Franzosen im Halbfinale fehlt und die Mannschaft den Einzug ins Finale verpasst.

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Aus deutscher Sicht gibt es trotzdem keinen Grund den Kopf hängen zu lassen: Deutschland ist noch (mindestens) zwei Jahre Weltmeister!

Wo hingegen Portugal auf der anderen Seite des Turnierbaums auf ungleich leichter zu spielende Mannschaften wie Kroatien, Polen und Wales traf. Zudem qualifizierten sie sich nur durch Glück als Gruppendritter nach drei Unentschieden überhaupt für das Achtelfinale.

Wie viel Glück ist notwendig?

Mit Glück allein wird man nicht Europameister, so viel ist klar. Die Leistung muss auch stimmen. Aber viele kleine glückliche Fügungen können dazu führen, dass eine Mannschaft am Schluss die Nase vorn hat – wie Portugal.

Der Grat zwischen Glück und Pech ist sehr schmal. Im Fußball heißt es oft: „Man muss das Glück erzwingen!“. Ist das möglich? In der amerikanischen Verfassung ist die Rede von „pursuit of happiness“, dem Streben nach Glück. Im Deutschen vergleichbar mit der Redewendung vom „Glück des Tüchtigen“. So ähnlich ist es zum Beispiel auch beim Spielen von LOTTO 6aus49 oder anderen Glücks- und Gewinnspielen: Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht jeder Spieler gewinnen kann. Aber nur wer spielt, hat überhaupt die Chance zu gewinnen. Das Streben nach Glück eben.

Portugal: Ein verdienter Europameister?

Diese Frage beschäftigte nach dem Turnier viele. In der Pressekonferenz vor dem Finale wurde der portugiesische Trainer Fernando Santos gefragt, ob es seine Mannschaft überhaupt verdient ins Finale geschafft habe. Schmallippig entgegnete er sinngemäß, dass seine Mannschaft das Halbfinale gewonnen hat und deswegen zu Recht im Finale steht. Dem ist nichts hinzuzufügen. Portugal spielte clever, effektiv und rief dann die Leistung ab, als es zählte: in der Verlängerung, im Elfmeterschießen und ohne den verletzten Christiano Ronaldo im Finale. Dort schossen sie dann ein Tor mehr als Frankreich. Deswegen sind sie verdient Europameister. Zwar ist Portugal aktuell sicher nicht die beste Mannschaft Europas, aber auf jeden Fall die erfolgreichste.

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