Wir genießen die Kürze – so lange es geht

Urlaubszeit – Reisezeit. Auch unter den Kollegen bei Lotto Baden-Württemberg ist das Thema mit steigenden Temperaturen heiß diskutiert worden. Wer geht wohin – und warum schon wieder dahin? Öfter mal was Neues? Ja, gerne – aber nicht um jeden Preis, findet unser Kollege Axel Grehl.

Nach Caorle fahren wir. Zum dritten Mal bereits. Irgendwie spießig, mehrmals an denselben Ort zu fahren. Es ist Urlaubszeit. Wir möchten eigentlich die Welt weiter kennenlernen. Unsere kleine Tochter auch. Aber mit Eis und flachem Wasser. Lasagne und „Ciao“, „Grazie“ und „Succo di mela con acqua frizzante“ (Apfelschorle, hihi).  Also doch an die Adria.

Die Tage vor unserer Abreise sind anders als andere Urlaubsvorbereitungen. Klar, packen muss man auch für Orte, die man schon kennt. Trotzdem ist die Aufregung geringer, dafür die Vorfreude groß, weil man ja weiß, was einen erwartet. Kein Bangen, ob auch alles so schön sein wird, wie auf den Fotos im Internet. Kein Hoffen, ob alle Versprechungen des Reisebüromitarbeiters eintreffen.

Zudem ist Caorle kein Ort wie jeder andere an der oberen Adria. Im Gegensatz zu Bibione oder Jesolo, ist Caorle eine alte kleine Stadt, gebaut im venezianischen Stil. Kein blinkendes Touri-Retörtchen, sondern gewachsenes Flair. Zudem mit spannenden Angeboten, wenn man mal vom Strand die Nase voll hat. In der Lagune, die sich hinter Caorle weit Richtung Osten erstreckt, hat einst Ernest  Hemingway gelebt. Spannend sind Fauna und Flora, wo sich Salz- und Süßwasser vermischen. Und die mit Schilf gedeckten Fischerhütten sind nur zum Teil eine Touristenattraktion. Denn sie werden noch heute nach alter Tradition bewirtschaftet.

Und die Städte der Umgebung sind alle sehr sehenswert. Venedig ist eine Stunde entfernt. Udine und Triest ebenso. So weit, so schön. Was uns aber eigentlich wieder nach Caorle zieht, ist die Sehnsucht nach einem Gefühl, das wir dort immer wieder fühlen und spüren. So fühlt sich Glück an. Wenn man mit denen, die man am meisten liebt, im wahrsten Sinne des Wortes eine unbeschwerte Zeit verbringt. Klingt kitschig, ist aber so. Flacher Strand, warmes Wasser, einen „Spieli“ am Strand sowie eine schöne Bar, wo Mama und Papa zwischendurch „un caffè“ genießen – und unsere Tochter sich währenddessen „una pallina di gelato“ einverleibt. Natürlich mit „gusto fragola“ – ist schließlich ein Mädchen, da spielt die Farbe eine wichtige Rolle bei der Wahl der Eissorte.

Zu schön, um ewig dort zu sein. Das ist uns klar. Trotzdem ist es die Urlaubszeit, in der man lernt, die Kürze von 14 Tagen zu bemessen. In diesem Sinne: auf bald!

Wir genießen die Kürze – so lange es geht.

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