„Icke“ ist einer von uns

Mal einen Weltmeister zu treffen. Das wäre was. Oder wenigstens einen Europameister. So denken viele Fußballfans von klein auf. Ich durfte beides erleben. Beim Treffen mit Welt- und Europameister Thomas „Icke“ Häßler. Und trage auch nach Tagen noch ein Grinsen im Gesicht.

Ich weiß noch, wie so viele Kinder meiner Generation, erreichte mich schon früh der Multitasking-Gedanke. Spannung, Spiel und Schokolade in einem. Wash and Go zeitgleich. Kick and Rush. Vielleicht war das die passende Vorbildung, um ganz entspannt einem Treffen mit einem Welt- und Europameister entgegen zu sehen. Als ich die glückliche Nachricht erhielt, dass ich für Lotto Baden-Württemberg einen Abend mit Thomas Häßler begleiten darf, war ich dann doch nicht so entspannt. Nicht weil ich Scheu vor Promis etwa habe. Begegnungen dieser Art haben sich in meinem journalistischen Vorleben immer wieder ergeben. Nein. Es ist vielmehr der unbegreifliche Gedanke, was dieser körperlich gar nicht mal so große Ex-Fußballstar Thomas Häßler alles in seinem Leben gewonnen hat – und wie er es gewonnen hat. Mit Eleganz und viel Liebe zu Ball und Spiel.

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„Hallo, ich bin der Thomas“ – Weltmeister „Icke“ Häßler ist einer von uns. Den Autor freut´s sichtlich.

„Hallo, ich bin der Thomas. Wir hatten telefoniert, stimmt´s?“, begrüßt mich der Held von einst auf höchstnormale Art und Weise auf seinem Weg in den Garten von Familie Bukor, bei der er heute im Rahmen der Aktion „Mein Europameister“ zu Gast sein wird. Lotto Baden-Württemberg und SWR1 haben es möglich gemacht, einen Fußballabend bei der EM mit „Icke“ zu gewinnen. Inklusive großem Grillgutschein.

Nachdem SWR1-Moderatorin Petra Klein den gebürtigen Berliner vorgestellt hat, ist „Icke“ einer von uns – Fan mit Durst und Hunger. Häßler findet seinen Platz an einem Stehtisch, von wo aus er das Spiel Deutschland gegen Polen mit Bier und Bratwurst aus verfolgt. Schon weit vor Anpfiff geht es los: Häßler signiert von der Handyrückseite bis zum Trikot alles, was man ihm in die Hände drückt. Macht geduldig mit jedem ein Foto (auch mit mir), und plaudert, als wäre er hier bei seinem Bekanntenkreis zu Gast, mit jedem – oft per Du – über Fußball, Bratwurst, Gott und die Welt. Ich beobachte das mit großem Interesse und merke, wie sehr mir der Fußballer „Icke“ mehr und mehr als Mensch ans Herz wächst.

Dann, die deutsche Mannschaft bekleckert sich beim Stand von 0:0 noch nicht mit Ruhm – wir sind beim dritten Pils – beginnt „Icke“ auch noch lustig zu sein. Nicht aberlustig, auch nicht geht-so-lustig. LUSTIG. Richtig witzig. So wie man jemanden witzig findet, der ein Kumpel ist, wegen dessen Witz man sich in dessen Gegenwart wohlfühlt. So langsam beginne ich über mein Glück zu grübeln.

Ich stehe mit einem ehemaligen Fußball-Weltstar an einem Stehtisch, bewundere ihn ob seiner sportlichen Verdienste, trinke mit ihm Bier, esse Bratwurst, fachsimpel mit ihm und werde dann noch durch seine Jokes gut unterhalten. Es gibt deutlich schlechtere Abendtermine.

Beim Tschüss-Sagen genau dasselbe: „Icke“ drückt noch wirklich jedem die Hand, bedankt sich vielmals, noch nen Spruch und dann ist er weg. Der Mann, der mir eben noch vom Gänsehautfeeling zur Nationalhymne eindrucksvoll berichtet  hat, ist weg. Ich und die anderen Gäste stehen noch lange schwer beeindruckt zusammen.

Auf der  Fahrt nach Hause stellt sich ein Grinsen bei mir ein, das ich bis heute, einer Woche später,  nicht verloren habe.

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